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Aktuelles

Kiebitzbestände weiter rückläufig

Kiebitz-Synchronzählung 2017

Eine Synchronzählung der Kiebitze im westlichen Ruhrgebiet vor drei Jahren hatte eine starke Abnahme der Bestände gezeigt. Seit der zweiten Hälfte der 2000er Jahre waren die Brutpaarzahlen auf rund ein Drittel gefallen. Da sich nun, vor allem in Duisburg, ein beschleunigter Rückgang andeutete, hat die BSWR Ende März kurzfristig alle Ornithologen im westlichen Ruhrgebiet aufgerufen, in der ersten April-Dekade die aktuellen Kiebitzbestände zu erfassen.
mehr zu den Ergebnissen der aktuellen Zählung hier ...

31.03.207 neue Veröffentlichung zu Eisvogel

Natur in NRW Nr. 1/2017
"Vögel sind beliebte Forschungsobjekte des Naturschutzes. Vieles ist über die Lebensweise und die Ansprüche der heimischen Vogelarten bekannt, zahlreiche Details sind jedoch noch unerforscht. Wie müssen Böden beschaffen sein, damit der Eisvogel erfolgreich seine Brutröhren in Steilwände bauen kann?"
"Die Regulierung und Begradigung vieler Gewässer hat zu einer Bestandsabnahme der Eisvögel geführt. Durch die Verbesserung der Gewässerqualität und -struktur sowie durch Ersatzbiotope konnte dieser Trend gestoppt werden. Die früher stark gefährdete Art konnte mittlerweile aus den Roten Listen der Brutvögel Deutschlands und Nordrhein-Westfalens entlassen werden. Trotzdem zählt der Vogel zu den streng geschützten Arten nach Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV 1986). Die vorliegende Untersuchung zielt auf die Analyse der von ihm bevorzugten Böden, um Entscheidungsgrundlagen für seinen weiteren Schutz zu schaffen. Weiterhin ergeben sich Handlungsanweisungen zur Anlage von Ersatzbiotopen, zum Beispiel im Rahmen von Renaturierungsmaßnahmen"

Martin Denecke, Eugen Perau, Jörg Nolzen, Peter Keil, Hans-Martin Kochanek, Tobias Rautenberg, Bernhard Sonntag, Frank Sonnenburg: Welche Böden bevorzugt der Eisvogel zur Anlage seiner Brutröhren? Eine Analyse bodenkundlicher Parameter

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Live-Kameras in Nistkästen

balzender Star

für Gebäudebrüter an Essener öffentlichen Gebäuden

Die BSWR hat drei Kameras in Nistkästen installiert. Wir hoffen, dass die Kästen angenommen werden.
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29.03.2017 Presseinformation

Umweltbildung auch online erleben

Umweltbildung und Nistkästen an der Grundschule am Wasserturm im Essener Südostviertel – ein Kooperationsprojekt zwischen der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet und der Allbau AG im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas

Die heimische Natur mit Tieren und Pflanzen im eigenen Stadtteil kennenzulernen und zu erforschen ist Ziel im Umweltbildungsprojekt der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR). Im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas findet das Projekt 2017 erstmals an der Grundschule am Wasserturm, einer Patenschule der Allbau AG statt. Zwei dritte Klassen werden nun bis zu den Sommerferien mit der Biologin Gianna Sandmann einmal pro Woche für zwei Stunden ihr direktes Schulumfeld erforschen und ganz neu entdecken. Dazu haben die Kinder das Thema „Bäume und Pflanzen“ ausgewählt, werden dazu ihr Klassenzimmer verlassen und sich an die frische Luft begeben.

Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) betreut im Ballungsraum neben den Naturschutzgebieten auch immer die Natur im Siedlungsbereich. Hierzu gehören auch die Wildtiere, die sich im Laufe der Jahrhunderte an das Leben mit den Menschen angepasst haben, indem sie in oder an unseren Bauwerken leben. Dies sind zum Beispiel Vogelarten wie Haussperling oder Mauersegler oder unterschiedliche Fledermausarten. Die Sanierung von Wohngebäuden, insbesondere zur Wärmedämmung, führt jedoch gerade in den letzten Jahren vermehrt zum Verlust vieler dieser Lebensstätten. Um den Arten weiterhin das Leben in unseren Städten zu ermöglichen, werden ihnen an geeigneten Gebäuden neue Lebensräume in Form von Nistkästen angeboten. „Dies unterstützen wir schon seit vielen Jahren. Es gibt auf unseren Grundstücken rund 250 Nistkästen, erst vor 18 Monaten haben wir in unserem MeistersingerPark in Leithe ca. 100 Nistkästen an den neuen Hausfassaden angebaut. Die „Vermietung“ der Nistkästen klappt dort hervorragend. Alle Kästen wurden schon genutzt,“ so AllbauSozialmanagerin Annette Giesen.

Die Drittklässler werden in den nächsten Wochen jedoch nicht nur die Pflanzenwelt im Südostviertel untersuchen. Im Jahr der Grünen Hauptstadt hat die BSWR nämlich am Gebäude der Grundschule am Wasserturm drei Nistkästen für Meisen angebracht und hofft nun auf den Einzug von Brutvögeln. Die Grundschüler waren beispielsweise von der Größe des Einflugslochs der Nistkästen überrascht. „Dass solche Tiere auch natürliche Feinde auf einem Baum oder an einer Hauswand haben könnten: daran hatten bis jetzt die wenigsten Kinder gedacht,“ so Christine Kowallik, zuständig bei der BSWR für Vögel und Fledermäuse.

Von außen ist jedoch bei einem Nistkasten neben der Balz nur das Ein- und Ausfliegen der fütternden Elternvögel zu beobachten. Erst wenn die Jungvögel die Nistkästen verlassen und selbst fliegen lernen, sind sie für den normalen Beobachter zu sehen. Um schon zuvor einen Einblick in die Kinderstube zu ermöglichen, wurden in den drei Nistkästen Kameras installiert, die live Bilder/Filme aus dem Familienleben übertragen.

Über einen Bildschirm können nun alle Schülerinnen und Schüler der Schule vom Schulhof aus das Treiben in den Nistkästen beobachten, außerdem werden die Nistkastenbilder ins Internet übertragen. „Wir hoffen, dass die Kästen gut angenommen und von den Meisen zum Brüten genutzt werden, damit die Kinder möglichst viel Einblick in das junge Leben von Vögeln bekommen“, wünscht sich Christine Kowallik.

„Wir freuen uns, dass unsere SchülerInnen an diesen Projekten teilnehmen können. So lernen sie einheimische Vögel, Bäume und Pflanzen kennen und können für die Natur, die Tierwelt und langfristig auch für den Umweltschutz begeistert werden,“ so Winfried Bega, Schulleiter der Grundschule am Wasserturm.

Mit dem Kooperationsprojekt werden somit nicht nur Kinder näher an die heimische Natur herangeführt, es wird auch noch ein aktiver Beitrag zum Artenschutz geleistet.

„Goldene Acht“

Schmetterling des Jahres 2017

Die Rede ist hier von Colias hyale (Linnaeus, 1758), der heutzutage auch oft als Weißklee-Gelbling bezeichnet wird. Er gehört zur Familie der Weißlinge (Pieridae) und muss im westlichen NRW eher als Zuwanderer betrachtet werden.
Die Art wird in unserem Gebiet nicht jedes Jahr gefunden. Weiter südlich bzw. östlich in NRW ist sie zwar kein Massentier, wird von dort jedoch weitaus öfter gemeldet. Auffallend ist, dass die Goldene Acht in Jahren mit extrem warmen Sommern (z. B. 2003) am Niederrhein z. B. recht zahlreich auftrat, in anderen Jahren dafür offenbar fehlte.
Angesichts der momentanen Erwärmung kann man nicht ausschließen, dass Colias hyale auch bei uns (zumindest jahrweise) bodenständig sein kann. Was wir sicher wissen, ist, dass die Art in günstigen Jahren im Mai unsere Region erreicht. Um Ende Juli/Anfang August können hier dann die Nachkommen dieser Ankömmlinge beobachtet werden, die mitunter bis in den Herbst hinein gefunden werden können. Die Falter saugen gern an Kleeblüten und Disteln.
Die Raupen der Goldenen Acht fressen hauptsächlich an Klee-Arten. Weibchen legen die Eier an warm-trockenen Standorten ab, sodass dieser Schmetterling charakteristisch für naturnahe Ackerwirtschaft ist. Aber die gibt es kaum noch. Die Goldene Acht ist nicht extrem gefährdet (im Kerngebiet der Verbreitung fliegt sie in guten Zahlen), doch die moderne Landwirtschaft setzt diesem Schmetterling zweifellos arg zu. Wieder einmal können es unsere Industriebrachen sein, die der Goldenen Acht als neue Heimat dienen könnten!
Der Lebensraum dieser Schmetterlingsart sind offene, besonnte Regionen. Die Falter sind sehr flugstark. Wie die meisten Colias-Arten fliegen sie recht bodennah, wobei ihr Flug sehr schnell ist. Von anderen Weißlingen kann man sie dadurch gut unterscheiden. Auch fallen die dunklen Flügelränder im Flug auf.
Eine weitere Art, Colias alfacariensis (Ribbe, 1905), lässt sich nur im Raupenstadium von hyale unterscheiden. Geographisch kann man alfacariensis für unsere Region jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand ausschließen. Die Falter selbst kann nicht einmal der Experte immer sicher unterscheiden.
Da der Rhein und die Ruhr als „Einwanderungsschienen“ für mobile Schmetterlingsarten dienen, sollte man entlang dieser Flüsse generell immer mal auf Wanderfalter achten.

Grundegel: Der Falter fliegt sehr energisch und schnell in Bodennähe und ist weiß mit dunklem Rand: das wird Colias hyale sein. Das 8-ähnliche Muster auf der Unterseite der Hinterflügel verrät sofort die Zugehörigkeit zur Gattung Colias. Man muss kein Experte sein, um Colias-Falter zu erkennen. Für uns hier im Westen von NRW sind es sehr auffällige Falter, weil sie sich sehr von dem unterscheiden, was wir sonst so sehen. Wer einen gewissen Blick für Schmetterlinge hat, wird auf jeden Fall merken, dass da etwas fliegt, was nicht zum Alltag gehört. Meiner Erfahrung nach ist die Monatswende Juli/August die beste Zeit in unserer Region, um Colias hyale zu finden (sofern der Sommer richtig warm ist). Die Falter mögen Hitze. Sie sind auch unterwegs, wenn andere Falter (und Beobachter) lieber im Schatten bleiben.

Ich wünsche uns allen eine schöne Saison mit tollen Funden und Beobachtungen!

Text: Andreas Bäumler

23.-24.03.2017 Urbane Biodiversität

Landschaftspark DU-Nord

Tagung
Urbane Biodiversität
Grüne und Blaue Infrastruktur
23.-24. März 2017, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen


Das Netzwerk "Urbane Biodiversität – Ruhrgebiet" richten zum zweiten Mal eine Fachtagung zum Thema Biodiversität im urbanen Raum aus.
Dieses Mal liegt der Schwerpunkt im Bereich der grünen und blauen Infrastruktur. In diesem Zusammenhang wird die urbane Natur hinsichtlich Ihrer Artenvielfalt und Ökosystemleistungen diskutiert. Im Fokus stehen Projekte der Grünen Hauptstädte Europas Ljubljana - Essen - Nijmegen, die Artenvielfalt und die Ökosystemleistung urbaner Biotope, die Eignung von Industrienatur für Umweltbildung, sowie Leuchtturmprojekte im Gewässerumbau des Ruhrgebiets. Ein Ausblick auf die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 zeigt die Möglichkeiten der zukünftigen Freiflächenentwicklung im Bezug auf das Tagungsthema. Zwei Beispielprojekte werden im Rahmen einer Exkursion vorgestellt.

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27.03.2017 Pflanzaktion in der Heisinger Aue

Im FFH-Gebiet Heisinger Ruhraue in Essen hat die BSWR eine Ersatz-Nachpflanzung eines Auwaldes durchgeführt. Insgesamt wurden 750 Bäume unterschiedlicher Arten gepflanzt. Grund dafür ist zum einen eine Steigerung der Biodiversität in einem bedeutenden Natura-2000 Gebiet, zum anderen aber auch das Zurückdrängen von Neophyten wie dem Riesenbärenklau durch Beschattung.

Im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas 2017 halfen der BSWR bei der Pflanzaktion nicht nur Oberbürgermeister Thomas Kufen und Umweltdezernentin Simone Raskob, sondern auch 46 Dritt- und Viertklässler der Schule am Wasserturm und der Carl-Funke-Schule. Mit von der Partie war außerdem Julian Dee aus Großbritannien von der Organisation "One tree per child". Die Organistation hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass jedes Kind im Laufe seiner Grundschulzeit einen Baum pflanzt. Alle Beteiligten, insbesondere die Kinder, waren mit großem Eifer und Begeisterung bei der Sache und hätten am liebsten noch viele weitere Bäume gepflanzt. Da die Schülerinnen und Schüler der Schule am Wasserturm im Rahmen der Umweltbildung in diesem Schuljahr fest mit der BSWR zusammenarbeiten ist schon jetzt für den Sommer eine Exkursion in die Heisinger Aue geplant, damit die Kinder sehen können, was aus "ihren" Bäumen geworden ist.

Angestoßen wurde die Pflanzaktion von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Essen, gefördert von der Bezirksregierung Düsseldorf.

Freitag, 03.02.2017, 20.15-21.00 Uhr WDR

Filmtipp!
Geheimnisvolle Orte: Geheimnis Landschaftspark Duisburg-Nord | Freitag, 03.02.2017, 20.15-21.00 Uhr | WDR


Unser Mitarbeiter Tobias Rautenberg hat das Filmteam bei den Dreharbeiten zur Fauna des Landschaftsparkes beraten und begleitet.

"Wo früher die Schornsteine der Hochöfen dampften, präsentiert sich heute das größte Aushängeschild für den Strukturwandel im Ruhrgebiet: der Landschaftspark Duisburg-Nord. Auf dem 230 Hektar großen Gelände des ehemaligen Hüttenwerks Meiderich klettern Alpinisten auf 70 Meter hohe Stahlrohre, Taucher steigen in den Gasometer, um in Europas größtem Indoor-Tauchbecken abzutauchen. Seltene Tier- und Pflanzenarten bevölkern wilde Natur und Gartenanlagen, und menschliche Besucher genießen hoch oben auf Hochofen 5 den Ausblick übers Revier.
Mit neuester Kameratechnik und exklusiven Einblicken ergründet die Dokumentation das Geheimnis für den Erfolg des Landschaftspark Duisburg-Nord - im Volksmund liebevoll "Lapadu" oder "Landi" genannt. Wir blicken hinter die Kulissen und begleiten Nachtwächter, eine Eventveranstalterin, den Parkleiter, Techniker und Musiker. Der Film zeigt Orte, die der Kunst und Kultur ungeahnte Möglichkeiten bieten. So vergleichen Musiker und Dirigenten die Akustik der ehemaligen Gebläsehalle mit der einer Kathedrale. Ein Sommerkino findet vor der spektakulärsten Lichtinstallation des Landes statt.
Ehemalige Mitarbeiter des Duisburger Thyssenwerkes vermitteln in der Doku das Leben als Stahlarbeiter im Ruhrgebiet zu Hoch- und Krisenzeiten. Und sie erzählen, wie engagierte Bürger den Abriss der Industrieanlagen verhinderten und so den Weg frei machten für einen mehrfach preisgekrönten Landschaftspark. Nirgendwo wird die Geschichte des Reviers so imposant lebendig hier.
Aufgenommen mit einer speziellen Nachtdrohne: Wenn es dunkel wird, lassen 440 Leuchten, LEDs und Fluter das Hochofenwerk kunstvoll erstrahlen.
Wir treffen zudem den Landschaftsarchitekten Peter Latz, der vor 20 Jahren dieses Stück Industriekultur plante. Damals hielten ihn viele für verrückt. Heute ist etwas unmöglich Erscheinendes gelungen: Aus einem Riesenhaufen nutzlos gewordenem Stahl ist ein echter Volkspark für Millionen Menschen geworden." (Text aus: http://www1.wdr.de/fernsehen/geheimnisvolle-orte/sendungen/geheimnis-landschaftspark-duisburg-100.html)

Ein Film von Marika Liebsch
Redaktion: Christiane Mausbach und Gudrun Wolter

29.01. Flora-Fauna Tag - ein großer Erfolg

Flora-Fauna-Tag 2017

Der diesjährige 13. Flora-Fauna Tag fand im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas erstmals in Essen auf Zeche Zollverein statt. Über 150 Teilnehmer fanden den Weg in die ehemalige Strom-Verteiler-Halle – ein neuer Rekord. Auch in diesem Jahr lockte wieder ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen über Untersuchungsergebnisse, Neufunde und Maßnahmen zu Flora und Fauna im Ruhrgebiet. Während der Diskussionen und Pausen kam es zu regem Austausch zwischen ehrenamtlichen und amtlichen Naturschützern, Studenten und sonstigen Interessierten. Aufgrund des Tagungsortes auf Zeche Zollverein war 2017 erstmals auch das Ruhrmuseum Mitveranstalter.

Januar 2017 Neue Veröffentlichung

zur Industrienatur der ehem. Kokerei Hansa in Dortmund

Bereits 2013 erarbeitet die BSWR im Auftrag des RVR ein Pflege- und Entwicklungskonzept zum Erhalt der Industrienatur auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Hansa. Nun hat ein Autorenkollegium unter unserer Beteiligung die floristischen Ergebnisse der Kartierungen der letzten Jahren zusammengetragen. In dem Zeitraum über einen Zeitraum von annähernd 25 Jahren konnte die bemerkenswerte Anzahl von 482 Pflanzensippen (Taxa) auf dem Gelände erfasst werden. Damit zeigt die Fläche der ehem. Kokerei Hansa eine ähnlich hohe Pflanzendiversiät wie die namhaften Industriebrachen Zeche Zollverein (Essen), Brache Vondern (Oberhausen) oder Landschaftspark Duisburg-Nord. Die Ergebnisse der Untersuchungen belegen die enorme Bedeutung der Industrienatur für den Erhalt der urbanen Artenvielfalt im zentralen Ruhrgebiet.

Beitrag:
Gausmann, Peter; Büscher, Dietrich; Peter Keil & Loos, Götz Heinrich (2016): Flora und Vegetation der ehemaligen Zeche und Kokerei „Hansa“ in Dortmund-Huckarde im östlichen Ruhrgebiet (Nordrhein-Westfalen). – Dortmunder Beiträge zur Landeskunde. Naturwiss. Mitt. 47: 45-104.

PEPL der BSWR:

Keil, Peter; Rautenberg, Tobias & Scholz; Tobias unter Mitarbeit von Gausmann, Peter (2013): Pflege- und Entwicklungskonzept zum Erhalt der Industrienatur auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Hansa. – Unveröff. Gutachten der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr, Oberhausen.

Bauerngarten

Mit dem Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ wird eine europäische Stadt ausgezeichnet, die nachweislich hohe Umweltstandards erreicht hat und fortlaufend ehrgeizige Ziele für die weitere Verbesserung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung verfolgt. Da mehr als zwei Drittel aller Europäer in Städten leben, haben viele Umweltschutzanstrengungen hier ihren Ursprung. Der Wettbewerb soll Städte zu weiteren Maßnahmen anregen und eine Plattform zur Vorstellung bewährter Verfahren bieten, sowie den Austausch zwischen europäischen Städten voranbringen.
Mehr auf der Internetseite zur Grünen Hauptstadt ...
Auch die BSWR beteiligt sich mit eigenen Veranstaltungen, Umweltbildungs- und Naturschutzprojekten an der "Grünen Hauptstadt Essen"
Mehr zu unseren Projekten ...

Live-Kameras in Nistkästen

balzender Star

Umweltbildung auch online erleben
Umweltbildung und Nistkästen an der Grundschule am Wasserturm im Essener Südostviertel – ein Kooperationsprojekt zwischen der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet und der Allbau AG im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas

Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) betreut im Ballungsraum neben den Naturschutzgebieten auch immer die Natur im Siedlungsbereich. Hierzu gehören auch die Wildtiere, die sich im Laufe der Jahrhunderte an das Leben mit den Menschen angepasst haben, indem sie in oder an unseren Bauwerken leben. Dies sind zum Beispiel Vogelarten wie Haussperling oder Mauersegler oder unterschiedliche Fledermausarten. Die Sanierung von Wohngebäuden, insbesondere zur Wärmedämmung, führt jedoch gerade in den letzten Jahren vermehrt zum Verlust vieler dieser Lebensstätten. Um den Arten weiterhin das Leben in unseren Städten zu ermöglichen, werden ihnen an geeigneten Gebäuden neue Lebensräume in Form von Nistkästen angeboten. „Dies unterstützen wir schon seit vielen Jahren. Es gibt auf unseren Grundstücken rund 250 Nistkästen, erst vor 18 Monaten haben wir in unserem MeistersingerPark in Leithe ca. 100 Nistkästen an den neuen Hausfassaden angebaut. Die „Vermietung“ der Nistkästen klappt dort hervorragend. Alle Kästen wurden schon genutzt,“ so AllbauSozialmanagerin Annette Giesen.

Im Jahr der Grünen Hauptstadt hat die BSWR nun in Zusammenarbeit mit der Allbau AG an einem Schulgebäude Nistkästen angebracht. Die heimische Natur mit Tieren und Pflanzen im eigenen Stadtteil kennenzulernen und zu erforschen ist Ziel im Umweltbildungsprojekt der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR). Im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas findet das Projekt 2017 erstmals an der Grundschule am Wasserturm, einer Patenschule der Allbau AG statt. Zwei dritte Klassen werden nun bis zu den Sommerferien mit der Biologin Gianna Sandmann einmal pro Woche für zwei Stunden ihr direktes Schulumfeld erforschen und ganz neu entdecken. Dazu haben die Kinder das Thema „Bäume und Pflanzen“ ausgewählt, werden dazu ihr Klassenzimmer verlassen und sich an die frische Luft begeben.

Die Drittklässler werden in den nächsten Wochen jedoch nicht nur die Pflanzenwelt im Südostviertel untersuchen. Im Jahr der Grünen Hauptstadt hat die BSWR nämlich am Gebäude der Grundschule am Wasserturm drei Nistkästen für Meisen angebracht und hofft nun auf den Einzug von Brutvögeln. Die Grundschüler waren beispielsweise von der Größe des Einflugslochs der Nistkästen überrascht. „Dass solche Tiere auch natürliche Feinde auf einem Baum oder an einer Hauswand haben könnten: daran hatten bis jetzt die wenigsten Kinder gedacht,“ so Christine Kowallik, zuständig bei der BSWR für Vögel und Fledermäuse.

Von außen ist jedoch bei einem Nistkasten neben der Balz nur das Ein- und Ausfliegen der fütternden Elternvögel zu beobachten. Erst wenn die Jungvögel die Nistkästen verlassen und selbst fliegen lernen, sind sie für den normalen Beobachter zu sehen. Um schon zuvor einen Einblick in die Kinderstube zu ermöglichen, wurden in den drei Nistkästen Kameras installiert, die live Bilder/Filme aus dem Familienleben übertragen. Die technische Betreuung der Kameras hat die BSWR im Rahmen dieses Projektes für das Jahr 2017 übenommen.

Über einen Bildschirm können nun alle Schülerinnen und Schüler der Schule vom Schulhof aus das Treiben in den Nistkästen beobachten, außerdem werden die Nistkastenbilder ins Internet übertragen. „Wir hoffen, dass die Kästen gut angenommen und von den Meisen zum Brüten genutzt werden, damit die Kinder möglichst viel Einblick in das junge Leben von Vögeln bekommen“, wünscht sich Christine Kowallik. Wir hoffen, dass noch 2017 Brutvögel einziehen.

„Wir freuen uns, dass unsere SchülerInnen an diesen Projekten teilnehmen können. So lernen sie einheimische Vögel, Bäume und Pflanzen kennen und können für die Natur, die Tierwelt und langfristig auch für den Umweltschutz begeistert werden,“ so Winfried Bega, Schulleiter der Grundschule am Wasserturm.

Mit dem Kooperationsprojekt werden somit nicht nur Kinder näher an die heimische Natur herangeführt, es wird auch noch ein aktiver Beitrag zum Artenschutz geleistet.

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Letzte Änderung am Donnerstag, 27. April 2017 um 18:00:33 Uhr.