Inforamtionen zum Hiesfelder Wald

1 Altwaldgebiet

Der Hiesfelder Wald ist ein Altwaldgebiet, d. h. er hat seit Jahrhunderten als Waldgebiet überdauert. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die sandigen Bereiche durch Waldübernutzung und -verwüstung aber in weiten Bereichen verheidet. Seitdem wurden die Flächen zunächst mit Kiefern, später auch mit Rot-Buchen und Stiel-Eichen wieder aufgeforstet.

2 Lage und Naturraum

Der Hiesfelder Wald, die Kirchheller Heide sowie der Hünxer und Gartroper Wald bilden ein großflächiges Waldgebiet zwischen der Lippe und dem Emschereinzugsgebiet. Naturräumlich liegt dieses Waldgebiet auf der Hauptterrasse des Rheins, den so genannten „Niederrheinischen Sandplatten". Der Hiesfelder Wald auf Oberhausener Stadtgebiet bildet den Südteil dieses Gebietes.

Rotbach

Die Landschaften in Norddeutschland wurden bereits in der Eiszeit geprägt. Der eiszeitliche Untergrund ist mit Flugsanden überdeckt. Die Bäche haben sich in diesen Grund mehr oder weniger tief eingeschnitten und sorgen dadurch für ein reichhaltiges Relief. Rot- und Schwarzbach fließen nicht der Lippe zu, sondern direkt in den Rhein. Braunerden prägen weite Bereiche des Gebietes, z. T. weisen sie auch Bleichhorizonte auf (Podsolierung mit Rasensteinbildung).

Nicht selten sind die Böden über wasserstauenden Schichten auch von wechselfeuchtem Charakter (Pseudogleye). Echte, grundwasserabhängige Böden (Gleye) sind in den Tallagen der Bäche zu finden. In Senken und Altarmen des Rotbaches ist es z. T. auch zu Vermoorungen gekommen.

3 Rotbach

Von besonderer Bedeutung ist auch das Bachsystem des Gebietes. Der Rotbach – zugleich Stadtgrenze nach Bottrop – ist ein sehr naturnaher Bachlauf, der im Wald über die Zeiten hinweg seine natürliche Gestalt erhalten hat. Die ausgeprägte Schlingenbildung in unbefestigten Flachlandbächen und –flüssen lässt sich hier noch mustergültig studieren. Fließgewässerkundler haben auf der Suche nach typischen, naturnahen Sandbächen des Tieflandes den Rotbach sogar als Referenzgewässer gewählt.

Bachmäander

Die Schlingenbildung bezeichnet man auch als Mäandrierung. Charakteristisch sind die ausgeprägten steilen Prall- und die flachen Gleithänge sowie die abgeschnürten, oft wassergefüllten Bachmäander (Altwässer). An den Prallhängen wird das Material von der Kraft des Wassers abgetragen, an den Gleithängen dagegen aufgrund der langsameren Fließgeschwindigkeit abgelagert. Dadurch verlagert sich der Bach immer mehr, die Schleifen werden immer größer und benachbarte kommen irgendwann in Kontakt. Der Bachlauf verkürzt sich. Ein Altwasser wird abgeschnürt.

Der Name des Rotbaches kommt nicht von ungefähr. Er geht zurück auf den allenthalben vorhandenen Raseneisenstein und Ortstein. In Bereichen von Quellschüttungen wird dies deutlich. Hier kommt es immer wieder zu Ausfällungen von Eisenhydroxid, die als „Eisenocker" den Bodengrund des Baches bedecken und ihm seine typischen Färbung geben.

Letzte Änderung am Mittwoch, 7. Juni 2017 um 12:04:33 Uhr.

seit dem 8.12.2014

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