10 Die Rot-Eiche (Quercus rubra)


max. Alter: 400 Jahre

Ursprungsjahr dieses Baums:
1951

max. Höhe:
35 Meter

Verbreitung
Das natürliche Areal umfasst etwa die östliche Hälfte des nordamerikanischen Kontinents. Im 18. Jahrhundert wurde sie für die Forstwirtschaft in Europa eingeführt.

Standort
Die Roteiche hat geringe Ansprüche an ihren Standort. Am besten wächst sie auf lockeren, kalkarmen Böden in feucht mildem Klima. Selbst auf Standorten mit mäßiger Wasser- und Nährstoffversorgung zeigt sie noch gutes Wachstum.

Biologie
Die amerikanische Verwandte unserer heimischen Stiel- und Trauben-Eiche zeichnet sich durch die großen Blätter mit spitzen Lappen aus. Die Blatt-Oberseite ist dunkel-, die Blatt-Unterseite hellgrün, die Blätter verfärben sich im Herbst leuchtendrot, wodurch die Rot-Eiche ihren Namen enthielt.

Die gedrungen eiförmigen Eicheln benötigen 2 Jahre zur Entwicklung. Im ersten Jahr werden sie nur erbsengroß, um im zweiten Jahr zu reifen. Diese können dann durch Vögel verschleppt auch in Nachbarbeständen auftauchen. Allerdings wird ein großer Teil der Eicheln bereits vor dem Aufkeimen von den Tieren des Waldes gefressen.

Die Rot-Eiche produziert große Laubmengen, die sich nur langsam zersetzen. Ihre Keimfähigkeit liegt höher als bei den heimischen Eichen, so dass man deutlich eher Rot-Eichen-Naturverjüngungen antrifft.

Verwendung
Das Holz der Rot-Eiche ist nicht so einfach zu verarbeiten wie bei den heimischen Eichen. Es ist zäher, aber ohne Imprägnierung nicht witterungsbeständig. Beim Trocknen neigt es zum Reißen. In der Möbelindustrie ist das graubraune Holz jedoch gerne gesehen, da es nicht sehr stark nachdunkelt.

Wissenswertes

Bei der Roteiche handelt es sich um einen invasiven Neophyten, also eine Art, welche eingeschleppt wurde und heimische Arten verdrängt. (http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/PM_BfN_Invasive_Arten_nov2013.pdf) Sie ist widerstandsfähiger als die heimischen Eichenarten und weist ein schnelleres Wachstum auf, wodurch sie konkurrenzstärker ist als die heimischen Eichenarten.

In Mitteleuropa ist die Rot-Eiche seit über 200 Jahren ein beliebter Parkbaum und fand sich auch hier und da als Straßenbaum. Seit Beginn des 20. Jh. wird sie in Wäldern des Ruhrgebiets verbreitet forstlich kultiviert, breitet sich von den gepflanzten Exemplaren aus und hat sich stellenweise auch eingebürgert. Sie ist wegen ihres raschen Wuchses der wichtigste fremdländische Laubbaum in der Forstwirtschaft.

Zur waldbaulichen Nutzung und zu den Problemen mit der Roteiche lesen Sie Baumscheibe Nr. 14.

Letzte Änderung am Dienstag, 10. Juli 2018 um 11:58:44 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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