12 Der Bombentrichter


Diese Auswirkungen menschlicher Schwächen sind im Hiesfelder Wald noch sehr zahlreich anzutreffen. Eine Kartierung der Bombentrichter im Jahre 2004 ergab 32 große Krater. Einige wurden nach dem Krieg mit Erde aufgefüllt, in anderen hat sich Wasser gesammelt. In den letzten Kriegstagen 1945 sollte parallel zum nahen Hauptweg im Hiesfelder Wald eine Auffanglinie geschaffen und gehalten werden, die mit zusammen gewürfelten Truppenteilen besetzt wurde.

Diese Krater resultieren aus Munitionslagern und Schützenstellungen, die im Wald errichtet wurden und heute noch eine große Gefahr darstellen. Nach Feuergefechten, Bordwaffenbeschuss und Artillerieeinschlägen wurden auch viele heute noch stehende Bäume getroffen und damit wertlos für die wirtschaftliche Nutzung. Die immer wieder in den Beständen aufgefundenen Kampfmittel sind lebensgefährlich. Bleiben Sie daher bitte auf den Wegen und nehmen Sie keine Gegenstände auf.

Alle Kämpfe konnten den Angriff der Alliierten am 27.3.1945 nur unwesentlich aufhalten, führten aber zu unvorstellbaren und sinnlosen Opfern unter den zumeist jungen Soldaten. Dieser Krater zeugt von diesen Ereignissen. So tragisch wie der Krieg für die Beteiligten war, so wertvoll sind die künstlichen Tümpel heute.

Durch die hohe Detonationskraft ist der Untergrund derart verdichtet, dass das Regenwasser nicht mehr ablaufen kann. Ein Zufluss von Nährstoffen durch Grundwasser oder Bäche kann daher nicht erfolgen. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich in den Bombentrichtern große Mengen an Falllaub und Zweigen gesammelt.

Im Jahre 2005 wurde aus Artenschutzgründen der Krater noch einmal mit einem Bagger ausgeräumt, um sicher zu gehen, dass sich keine giftigen Müllreste mehr im Untergrund befinden.

Zu den regelmäßigen Bewohnern solcher Bombentrichter und wassergefüllten Munitionslagern zählen unter anderem Amphibienarten wie der Bergmolch, der Fadenmolch und der Grasfrosch. Einige Bombentrichter werden von Erdkröten, wenige, zumeist stärker besonnte, von Teichmolchen und wenige von Wasserfröschen besiedelt. Sogar Feuersalamander, die ansonsten Quellbäche bevorzugen, nutzen die Gewässer nicht selten zur Ablage ihrer Larven. Die ausgewachsenen Amphibienarten sind nur im Frühjahr in den Gewässern zu beobachten, einige sogar nur während weniger Tage im zeitigen Frühjahr (Grasfrösche, Erdkröten). Molche und Larven des Salamanders sowie der Molche erbeuten im Wasser andere Kleintiere. Kaulquappen weiden dagegen Algen und Aufwuchs von Mikroorganismen ab, fressen aber auch tote Tiere. Die Froschlurche selber fressen während der Laichzeit nicht. Nach Balz, Paarung und Eiablage verlassen die meisten Tiere das Gewässer wieder und sind dann weit im Hiesfelder Wald verteilt. Nur ein Teil der Grasfrösche überwintert auch in den Gewässern.

Verschiedene Bombentrichter

An wirbellosen Tieren sind regelmäßig verschiedene Libellenarten wie die Blau-grüne Mosaikjungfer sowie Schwimmkäfer, darunter auch der Gemeine Gelbrandkäfer und der Gemeine Furchenschwimmer, zu beobachten. Auffallende Bewohner der Uferzonen sind Wasserskorpione die im flachen Wasser mit einem Atemrohr am Hinterende „schnorcheln" und mit zu Greifzangen umgebauten Vorderbeinen Beute machen.

Vegetation unter der Wasseroberfläche ist selten. In wenigen Gewässern wächst der Teich-Wasserstern und das Raue Hornblatt. In einigen nährstoffarmen und sauren Gewässern haben sich sogar Torfmoose angesiedelt.

Um diesen Biotop zu erhalten, bitten wir dringend, keine Stöcke oder sonstige Pflanzenteile in das Wasser zu werfen oder Hunde in das Wasser zu lassen, damit der Nährstoffgehalt gering bleibt.

Letzte Änderung am Montag, 24. September 2018 um 17:51:11 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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