14 Der Rot-Eichenforst


Dieser Rot-Eichenforst aus dem Jahre 1951 wurde – wie viele Bestände in den 50er und 60er Jahren – als das Allheilmittel gegen absterbende Wälder in Immissionsgebieten gepflanzt. Die Rot-Eiche galt ähnlich wie die Platane als „rauchhart", d. h. unempfindlich gegen Abgase. Daher ist dieser amerikanische Gast gerade in den Ruhrgebietswäldern zahlreich anzutreffen. Mit ihr leiteten die Forstleute und Waldbesitzer den großflächigen Umbau von Nadelholz zum Laubholz ein.

Leider zeigte sich bereits in den 70er Jahren, dass die Natur nicht einfach die Fehler des Menschen akzeptiert. Die Ansprüche an die Leistungen der Rot-Eiche bezüglich Wachstum und Immissionshärte waren vollkommen überhöht. Die Bestände wurden hektarweise von einer Krankheit befallen, der so genannten Zimtscheibe (Pezicula cinnamomea). Dabei handelt es sich um einen Pilz, der sie großflächig befällt. Dieser verstopft die Wasserleitungsbahnen, so dass der Stamm breitflächig abstirbt. Anfangs ist nur schwarzer Ausfluss erkennbar, aber nach einigen Jahren sind ganze Stammseiten tot. Die wenigen noch lebenden Stellen versuchen den Schaden zu überwallen, was zu einem brettartigen Wuchs führt. Wenn der Wind nicht für ein vorzeitiges Abbrechen sorgt, sterben die Bäume an Wassermangel.

Seit Anfang der 70er Jahre ziehen Waldbesitzer die Konsequenzen aus dem massiven Pilzbefall der Rot-Eiche, um wirtschaftliche Einbußen abzuwenden: Es werden keine neuen Rot-Eichen mehr gepflanzt. Die befallenen Bestände werden aber nicht kahl geschlagen. Der gesündeste Baum wird ca. alle fünf Jahre von befallenen Nachbarn befreit, um die Ansteckungsgefahr zu vermindern und ihm keinen zusätzlichen Stress durch Licht-, Nahrungs- oder Wassermangel zu bereiten.

Zudem wurden Wälder wiederholt (hier 1988 und 1995) gekalkt. Der kohlensaure Magnesiumkalk sollte die weitere Versauerung der Wälder vermindern.

Letzte Änderung am Montag, 24. September 2018 um 17:51:12 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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