18 Die Rotbach-Aue


Der Rotbach entsteht durch Vereinigung mehrerer kleiner Bäche im Bereich der Grafenmühle. Er schlängelt sich bis zum Zusammenfluss mit dem Schwarzbach natürlich durch den Hiesfelder Wald. Erst danach fließt er aus dem Staatswald heraus in das Stadtgebiet von Dinslaken.

Hinter einem Sandfang zum Zurückhalten von Schwemmstoffen wurde der Bach Anfang des letzten Jahrhunderts bis zum Rhein begradigt zur schnelleren Abführung des Wassers. Nach einigen Renaturierungsarbeiten konnte der Bach stellenweise seinen natürlichen Flussverlauf widererlangen. Fast alle Wege führen als Sackgasse zum Rotbach. Lediglich drei Brücken erlauben die Überquerung.

Hier bildet der Rotbach die Grenze zwischen der Stadt Bottrop und der Stadt Oberhausen sowie zwischen Westfalen und dem Rheinland.

Als Aue bezeichnet man eine Niederung entlang eines Baches oder Flusses, die durch den Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser geprägt ist. Durch den Wechsel von Überflutung und Trockenfallen ist die Aue ein sehr dynamischer Lebensraum, mit unterschiedlichsten Standortbedingungen. Auenökosysteme beherbergen eine große Vielzahl von Pflanzen und Tieren und sind besonders schützenswerte Bereiche. Eine Aue bietet außerdem Schutz vor Hochwasser und erfüllt wichtige Funktionen wie die Selbstreinigung des Gewässers. Entlang des Rotbaches findet man Auenwälder und Bruchwaldreste. Früher wurde gefordert, umgestürzte Bäume und Äste aus dem Bachbett zu entfernen. Seit 1995 wird dies nicht mehr gemacht, da nur so eine natürliche Entwicklung dieses naturnahen Tiefland-Sandbaches möglich ist und der Bach so verschiedenste Anforderungen der Tierwelt erfüllen kann. Uferabbrüche, Kolke und Altarme entstehen und verschwinden wieder. Allerdings ist es durchaus möglich, dass sich der Bach im Laufe der Zeit ein neues Bett sucht. Dieses ist gewollt! Ein Entlangwandern ist daher auch nur auf den östlichen, befestigten Wegen erlaubt.

Ein Problem ist der Konflikt zwischen der Erholung suchenden Bevölkerung und den Belangen des Naturschutzes auch in diesem Bereich. Das Betreten ist dort zwar verboten, aber bereits seit Generationen üblich. Würde die Behörde allerdings das Betreten tolerieren, so wäre sie gezwungen, aus Sicherheitsgründen die in sich zusammenbrechenden Baumriesen zu entfernen. Das wiederum widerspricht den Zielen des Naturschutzes. Die provisorischen Geländer sollen die sensiblen Bereiche schützen. Im Osten des Waldes ist ein Bereich von 400 m komplett abgesperrt, da hier zusätzlich noch seltene Brutplätze von Schwarzspechten liegen. Dieser Bereich wird besonders überwacht und das Betreten zieht empfindliche Bußgelder nach sich. Bitte halten Sie sich an die befestigten Wege.

Der Rotbach gilt im Oberlauf als Gewässer bester Güte mit intakter Fauna und Flora. Belegt wird dies durch regelmäßige Forschungsprojekte von Universitäten, Fachhochschulen und der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet. So brüten im Verlauf des Baches noch der Eisvogel, die Nachtigall, die Gebirgsstelze, der Pirol und die Waldschnepfe. Im Gewässer finden sich zahlreiche Wassertiere, die typisch für einen Flachlandbach sind, wie beispielsweise das seltene Bachneuenauge.

Aufgrund seines sehr guten Zustands und des natürlichen Flussverlaufs im Bereich Hiesfelder Wald wurde der Rotbach vom Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen als Leitbild für sandgeprägte Fließgewässer ausgewählt. Leider kommt es jedoch in diesen Bereichen immer wieder zu einem Verlassen der Wege durch Fußgänger, wodurch viele Uferbereiche durch starke Trittschäden verdichtet sind und sich dadurch kein natürlicher Auenbewuchs bilden kann. An vielen Bereichen des Ufers sind unnatürliche Abbrüche zu finden, die von Hunden als Tränke genutzt werden. Das führt zu einem erhöhten Sediment- und Nährstoffeintrag, welche zu einer Verschlechterung der Wasserqualität führen können. Weiterhin kann dies eine Veränderung der natürlichen Artzusammensetzung innerhalb und um den Bach mit sich bringen. Daher ist es wichtig Hunde anzuleinen und den Bachlauf sowie die Uferbereiche, außerhalb der Wege, nicht zu betreten.

Letzte Änderung am Dienstag, 10. Juli 2018 um 11:58:51 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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