2 Die Rot-Buche (Fagus sylvatica)

Rotbuche


Baum des Jahres: 1990

max. Alter: 140-150 Jahre; selten 300 Jahre

Ursprungsjahr dieses Baums: 1975

max. Höhe:
40 Meter

Verbreitung
Die Rot-Buche ist in ganz Mitteleuropa heimisch.

Standort
Die Rot-Buche (oder einfach Buche) braucht lockere Böden und wird bis zu 40 m hoch. Sie gilt als schattenertragend, sonst könnten die kleinen Keimlinge gar nicht überleben (siehe auch Tafel 8 am Hauptgestell). Durch diese Fähigkeit des dominanten Auftretens ist die Rot-Buche der erfolgreichste Baum. Er bestimmte in der Frühzeit, bevor der Mensch eingegriffen und Gehölzbestände genutzt oder gerodet hat, sämtliche Wälder. Der Untergrund durfte allerdings nicht zu nass oder zu trocken sein.

Biologie
Die Rot-Buche blüht im April bis Mai und trägt ihre Früchte ab Oktober. Durchschnittlich alle 7 Jahre tragen die Rot-Buchen eine Vollmast, d.h. sie sind über und über voll mit Bucheckern. Diese wurden früher auch gerne gegessen. Doch abgesehen davon, dass im Naturschutzgebiet keine Pflanzenteile aufgenommen und verzehrt werden dürfen, sind Bucheckern durch den Inhaltsstoff Fagin giftig und der Verzehr größerer Mengen problematisch. Nicht nur der Förster freut sich über diese kostengünstige Wald-Fortpflanzung, sondern auch viele Tiere, die die nahrhaften Bucheckern gerne aufnehmen. Wildschweine vermehren sich z. B. nach Vollmastjahren besonders gut.

Verwendung
Die Rot-Buche wird nicht nur als Kaminholz genutzt. Das rötliche, harte Buchenholz findet Verwendung als Parkett, Möbelholz, für Eisenbahnschwellen oder für Spielwaren und Küchenartikel.

Wissenswertes
Lateinisch „Fagus" = Buche, „sylvatica" von Wald. Der Name Rot-Buche bezieht sich auf das leicht rötliche Holz.

Das Vorkommen großer Bestände dieser Baumart ist im Jahre 1957 Grund für die Ausweisung des Naturschutzgebietes Hiesfelder Wald gewesen. Dieser Naturrundweg hat daher als Logo auch die Silhouette einer Rot-Buche erhalten

Ihre größte Ausdehnung hatten die Buchenbestände bei uns in der Zeit um Christi Geburt. Erst die Nutzung hat Eichen (und andere Baumarten) gleichberechtigt neben der Rot-Buche aufkommen lassen, da den Rot-Buchen weitestgehend die Fähigkeit zur Regeneration aus Stockausschlägen aus dem Stumpf, wenn der Baum genutzt – also geholzt – wurde, fehlt, während Eichen dazu in der Lage sind. Alte Bestände nahezu gleichaltriger Rot-Buchen, in denen keine zweite, unter den Rot-Buchen befindliche Baumschicht und allenfalls eine spärliche Strauchschicht auftritt, nennt man Hallenwälder.

Als Herzwurzler kann die Rot-Buche nicht so gut Tonböden durchbrechen wie die Stiel-Eiche, hält sich aber immer noch besser bei Stürmen als z. B. die Fichte. Der weit verbreitete Mythos, bei Unwettern mit Blitz und Donner solle man „.....die Buchen suchen" ist falsch. Der Unterschied zur Eiche liegt lediglich darin, dass die Einschläge durch die glatte Rinde besser abgeleitet werden als durch die raue Borke und daher kaum Spuren hinterlassen. Im Alter herausbrechende Äste machen sie gefährlich an Wanderwegen, aber umso wichtiger für alle Höhlenbrüter, die in diesem Wald besonders häufig sind.

Schaden erleidet die Rot-Buche durch Bodenverdichtung (Fahren und Treten um die Wurzeln), Immissionen (Schadstoffeinträge über die Luft) und bei ihrer dünnen Rinde auch durch Sonnenbrand.

Bei der Blutbuche handelt es sich um eine Zierform der Rotbuche. Sie wird weitestgehend in Parks angepflanzt oder in Form einer Hecke als Sichtschutz eingesetzt. Den Namen erhält die Blutbuche durch ihre sehr dunkel rot gefärbten Blätter (http://www.baumkunde.de/Fagus_sylvatica_Purpurea/; http://www.stihl.de/baumlexikon-detailseite.aspx?idTree=172).

Letzte Änderung am Dienstag, 29. Mai 2018 um 10:20:10 Uhr.

seit dem 25.11.2015

Zugriffe heute: 3 - gesamt: 4207.