20 Die Robinie (Robinia pseudoacacia)


max. Alter:
200 Jahre

max. Höhe:
25 Meter

Verbreitung
Die Robinie stammt ursprünglich aus dem atlantischen Nordamerika. Im 17. Jahrhundert wurde sie nach Europa gebracht und seit dem häufig angepflanzt.

Standort
Die Robinie bevorzugt frische bis mäßig trockene tiefgründige Boden. Sie ist wärmeliebend und frostempfindlich.

Biologie
Die Robinie hat 20-30 cm lange unpaarig gefiederte Blätter mit 9-19 elliptischen, dünnen Blättchen. Der Blattstiel weist an der Basis zwei kräftige Dornen auf. Um den Lichtgenuss zu optimieren, neigen sich bei greller Sonne die Fiederblättchen aufwärts, bei abnehmender Helligkeit legen sie sich abwärts zusammen. Die weißen, stark duftenden Blüten erscheinen Ende Mai in hängenden Trauben und liefern beträchtliche Mengen Honig (Akazienhonig). Die Früchte sind braune, 8-10 cm lange, flache Hülsen mit ca. 10 kleinen, braunen Samen, die oft auch noch im Winter am Baum hängen. Die ganze Pflanze, besonders Rinde und Früchte, ist stark giftig N N.

Verwendung
Robinienholz ist sehr fest und wird zu Sportgeräten verarbeitet oder im Schiffsbau eingesetzt. Gute Qualitäten des metallisch glänzenden, grünlich gelben Holzes werden auch zu Furnieren verarbeitet. Das Holz bietet sich außerdem gut zum Bau von Möbeln an. Es weist viele Eigenschaften vom Teakholz auf. Es ist witterungsbeständig und ist trotz seiner Härte noch biegsam. Daher bietet es sich an anstatt Teakholz aus dem Tropen importieren zu lassen auf das Holz der Robinie zurückzugreifen.

Wissenswertes
Der Name weist auf den französischen Gärtner Robin hin, der den Baum im 17. Jahrhundert erstmals in Europa anpflanzte. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Robinie vielfach und hauptsächlich als Zier- und Schmuckbaum an Straßen, in Parks und auf Betriebsgeländen angepflanzt. Die Robinie neigt sehr zur Wurzelbrut, d.h. vom Mutterbaum ausgehend bilden sich unterirdische Triebe, die wiederum an der Erdoberfläche austreiben und neue Bäume entwickeln. So kann eine Robinie einen ganzen Bestand ohne geschlechtliche Fortpflanzung aufbauen. Daneben vermehrt sich die Art auch über Samenausbreitung. Im Ruhrgebiet hat sie sich vor allem in viele Eisenbahnflächen auf diese Weise eingebürgert.

Problematischer für den Naturschutz, der sich der Erhaltung nährstoffarmer Standorte widmet, ist allerdings die Tatsache, dass die Robinie zu den Schmetterlingsblütlern gehört. Vertreter dieser Pflanzenfamilie besitzen an den Wurzeln Knöllchenbakterien. Diese Bakterien binden den Luftstickstoff und reichern so den Boden mit Nährstoffen an. Dadurch werden Stickstoff liebende Arten gefördert, die die artenreiche Vorvegetation völlig verdrängen – auch dort, wo es nicht erwünscht ist.

Letzte Änderung am Montag, 24. September 2018 um 17:51:16 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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