23 Der Schlitzblättrige Schwarze Holunder


Wie bei den Menschen kann es auch bei Bäumen oder Sträuchern manchmal ganz besondere Typen geben. Hier wächst links vor dieser Wald-Kiefer ein Holunder, dessen Blätter völlig anders aussehen, als die des gewöhnlichen Schwarzen Holunders (Sambucus nigra).

Im Gegensatz zu den Fiederblättern mit normalerweise elliptischen, gesägten Blättchen zeigt dieser Strauch eine schlitzblättrige Blattform. Die meisten Waldbesucher übersehen diese Form, die in Nordrhein-Westfalen schwerpunktmäßig im Ruhrgebiet vorkommt und bei der ungeklärt ist, ob sie jeweils direkt vor Ort neu entsteht oder aus Anpflanzungen heraus verwildert. Die schlitzblättrige Ausbildung kreuzt sich auch mit der normalblättrigen, so dass Übergangsformen, z. B. mit sehr tief und scharf gesägten Blättern entstehen.

Die Früchte des Schlitzblättrigen Holunders sehen genau so aus wie die Früchte des Schwarzen Holunders. Auch sie sind im rohen Zustand genau so giftig wie die übrigen Pflanzenteile! Die Früchte können jedoch genau wie beim Schwarzen Holunder, nach bestimmter Zubereitung, verzehrt werden.

Schlitzblättriger und „normalblättriger" Schwarzer Holunder neigen selbst im tiefen Winter bei vorübergehend warmen Temperaturen und Sonnenschein dazu, bereits Blätter auszutreiben, wenn sich bei anderen Bäumen und Sträuchern noch nichts rührt. Oft erfrieren diese Austriebe bei Abfall der Temperaturen wieder und werden schwarz, manchmal färben sie sich rot, da Anthozyane freigesetzt werden, Farbstoffe, die als Frostschutzmittel dienen.

Letzte Änderung am Dienstag, 10. Juli 2018 um 11:58:55 Uhr.

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