25 Die Schwarz- oder Rot-Erle (Alnus glutinosa)


Baum des Jahres: 2003

max. Alter:
200 Jahre

Ursprungsjahr dieses Baums:
1946

max. Höhe:
25 Meter

Verbreitung
Die Erle ist in Mitteleuropa vom Tiefland bis in die Alpen zu einer Höhe von 1200 Metern verbreitet.

Standort
Der Erle ist es, aufgrund ihres guten inneren Belüftungsystems, möglich auch in dauerhaft überschwemmten Gebieten zu überleben. Sie gilt somit als Baum der feuchten Auen und Niederungen, wächst er doch in Bruch- und Auwäldern und entlang der Bäche auf mäßig sauren bis neutralen Böden. Er ist ein Nährstoff- und Grundwasseranzeiger. Als Uferbepflanzung bietet er, durch seine Wurzeln im Uferbereich, Schutz vor Erosion. Durch die zunehmende Entwässerung von Feuchtgebieten, geht der Lebensraum der Erle zurück.

Biologie
Unverwechselbar ist diese Erlenart durch ihre Blätter, an denen die Spitze fehlt. Der extrem hohe Lichtbedarf der Schwarz-Erle führt dazu, dass teilweise bereits im Frühsommer grüne Blätter abgeworfen werden, wenn sie im unteren Kronenbereich zu wenig Licht bekommen. Die Blüten der Erle sind windbestäubt und auch die Früchte werden durch den Wind verbreitet.

Verwendung
In früheren Jahren wurde aus dem Holz der Erle Holzschuhe geschnitzt. Übrigens steht halb Venedig auf Holz dieser Baumart, da auch das Totholz der Erle sehr wasserresistent ist und kaum zu faulen beginnt.

Wissenswertes
Der lateinische Name setzt sich zusammen aus Alnus für die Erle und glutionsa, was leimartig bedeutet. Die jungen klebrigen Triebe wurden früher als Fliegen- und Mückenschutz in Häusern aufgehängt.

Der Name Schwarz-Erle ist bedingt durch die dunkle Rinde. Dagegen stammt der synonym verwandte Name Rot-Erle von der blutroten Färbung des frisch geschnittenen Holzes.

Eine Besonderheit der Erle ist die Fähigkeit, an den Wurzeln Rhizotamnien zu bilden. Das sind knollenartige (bis apfelgroße) Gebilde, die Bakterien beherbergen. Diese Bakterien bilden eine Symbiose mit dem Baum, den sie mit aus der Luft gebundenem Stickstoff versorgen. Der Baum wiederum versorgt die Bakterien mit der Zuckerlösung aus der Photosynthese und wird relativ unabhängig von der Stickstoffversorgung aus dem Boden. So ist es der Erle möglich, auch dort zu wurzeln, wo sich andere Bäume wegen des Stickstoffmangels im Boden nicht durchsetzen können. An Schwarz-Erlen-Standorten wurden Werte von bis zu 200 kg in den Knöllchen gespeichertem Stickstoff pro Hektar und Jahr errechnet, die Masse einer landwirtschaftlichen Volldüngung. Das ist auch der Grund, warum die Schwarz-Erle es nicht nötig hat, im Herbst die Inhaltsstoffe aus den Blättern abzuziehen (keine Herbstfärbung). Kein Wunder also, dass das stickstoffreiche Laub innerhalb kürzester Zeit zersetzt ist – ein Leckerbissen für die Bodenlebewesen.

Letzte Änderung am Dienstag, 29. Mai 2018 um 10:20:31 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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