29 Der Zukunftsbaum


Der Zukunftsbaum oder kurz Z-Baum ist ein fest etabliertes Konzept in der Forstwirtschaft. Diese Rot-Eiche wurde durch einen grünen Punkt als Z-Baum gekennzeichnet. Ein Z-Baum wird vom Förster über viele Jahrzehnte heraus gepflegt, um einen ausreichenden Holzertrag für künftige Generation zu ermöglichen.

Während man bei der Pflanzung von Waldbeständen mehrere Tausend Bäume je Hektar findet, verschwinden im Laufe der Zeit immer mehr Bäume. Ein Teil stirbt natürlich durch Licht- oder Wurzelkonkurrenz ab. Ein anderer Teil wird zur Nutzung im täglichen Leben geerntet („von der Wiege bis zur Bahre"). Nach Ende der Umtriebszeit (Stiel-Eiche 180 Jahre, Rot-Buche 140 Jahre, Wald-Kiefer 120 Jahre, Rot-Eiche, Weiß-Birke und Lärche 80 Jahre und Pappel 50 Jahre) finden nur noch ca. 150 Altbäume auf der Fläche Platz. Diese wurden bereits sehr früh aus der großen Masse ausgewählt und mit dem grünen Punkt geadelt. Dazu sucht man alle 8-10 m einen Baum aus, der folgende Bedingungen erfüllen soll:

Die Gesundheit ist das Hauptauswahlkriterium, damit der Baum das lange Leben überstehen kann.

l Er soll gerade sein, um später eine hohe Ausbeute im Sägewerk zu bekommen.

l Kräftig soll er sein, um mit jedem Jahresring genügend Masse dazu zu gewinnen.

l Im unteren Stammbereich sollen möglichst keine Äste sein, da nur ein „astreiner" Stamm Holz ohne Astlöcher ergibt.

l Der Abstand der Z-Bäume untereinander soll so sein, dass sie sich zeitlebens nicht gegenseitig bedrängen.

l In Mischwäldern soll die Baumart dem Bodenoptimum entsprechen, hier: Rot-Buche vor Stiel-Eiche vor Wald-Kiefer vor Rot-Eiche.

Die tägliche Arbeit des Försters besteht nun darin zu prüfen, ob der Z-Baum ungestört wachsen kann. Wenn er im Kronenbereich von einem anderen Baum eingeengt wird, wird dieser gefällt. Diese Prüfung erfolgt alle 5 Jahre, so dass der Z-Baum deutlich aus der Masse der anderen Bäume herauswächst.

Unter natürlichen Bedingungen findet eine derartige Auslese ebenfalls statt, nur geschieht das Ganze ungerichteter, über längere Zeiträume, auf größeren Flächen und wird durch Stürme verursacht. Oft sind diese „von der Natur gefällten" Bäume durch die Konkurrenzsituation geschwächt oder leiden bereits an Erkrankungen wie beispielsweise Pilzbefall.

Letzte Änderung am Montag, 24. September 2018 um 17:51:23 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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