31 Die alte Rot-Buche (Fagus sylvatica)


Bei dieser Altbuche handelt es sich um ein ehemaliges Naturdenkmal. In erster Linie wurden früher unnatürliche Wuchsformen als Naturdenkmale ausgewiesen, erschienen sie den Waldbesuchern doch besonders unheimlich oder beachtenswert.

Während die normale Buchenkrone aus einem einzelnen Stamm besteht, von dem die breite Krone ausgeht, werden genetisch bedingt immer wieder Zwiesel, Triesel oder noch mehr Steiläste gebildet. Im Laufe der Jahre erhöhen sich mit zunehmendem Gewicht die Zugkräfte, die bei jedem Sturm auch mehrere Tonnen betragen können und dann die Statik des Baumes gefährden. Im Wald selber ist dies gewünscht, entstehen doch gerade in herausbrechenden Ästen Brut- und Lebensräume für viele Tiere. Je nachdem, wie groß die entstehenden Öffnungen sind und wie stark bereits Zersetzungsprozesse des Holzes eingesetzt haben, ist die Pilzflora und Fauna sehr spezifisch. Borken-, Bock-, Pracht- und Nagekäfer sowie Holzwespen sind Pionierbesiedler sowohl von gänzlich abgestorbenen Bäumen oder sonstigem Totholz als auch an abgestorbenen oder absterbenden Bereichen an einem noch insgesamt lebenden Baum. Herausgebrochene Äste bieten Pilzen gute Ansatzstellen zur Besiedlung. Sie besiegeln zwar oft das Schicksal des Baumes, aber das ist ein Teil des natürliche Kreislaufes, der sich ohnehin einstellt. Sind die entstehenden Höhlungen geeignet, finden sich auch spezialisierte Vogelarten wie der Waldkauz ein, die hier brüten, sowie Fledermäuse und Eichhörnchen.

Entlang der Wanderwege geht von den herausbrechenden Ästen jedoch eine Gefahr aus, so dass die Stadt Oberhausen den Schutzstatus für alle Naturdenkmale im Hiesfelder Wald 1996 aufhob.

Nunmehr werden die Bäume regelmäßig beurteilt, um sie bei unmittelbarer Gefahr kurzfristig zu entnehmen. Baumchirurgische Maßnahmen wie Stahlseile, Betonanker etc. sind im Naturschutzgebiet ausdrücklich unerwünscht.

Erholungsbänke wurden unter den Bäumen entfernt, da sich aus derart alten Bäumen immer trockene Äste lösen können. Betrachten Sie dieses Wunderwerk daher besser von der Seite und achten sie dabei auf die Vielfalt der Lebewesen in diesem Baum.

Letzte Änderung am Dienstag, 10. Juli 2018 um 11:59:01 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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