34 Der Buchenwald

Dieser Rot-Buchenwald aus dem Jahre 1955 ist nur einer von zahlreichen typischen Waldbeständen, durch die der Hiesfelder Wald seine Bedeutung erlangt hat.

Die Rot-Buche stockt in Nordrhein-Westfalen auf 16,5 % (144.572 ha) der Gesamtwaldfläche. Mit dem aus waldbaulichen und ökologischen Gründen geplanten und vielerorts bereits begonnenen Umbau von Nadelholz-Reinbeständen zu Mischbeständen wird die Buchenfläche mittelfristig zunehmen.

Im Durchschnitt wachsen 329 m⊃3; Holz auf jedem Hektar (100 x 100 m). Ab ca. 100 Jahre werden Vorräte deutlich über 450 m⊃3;/ha erreicht. Der Buchen-Holzvorrat in NRW beträgt über 50 Millionen m⊃3;. Dies sind 20% des gesamten Holzvorrates. Jährlich wachsen 10,7m⊃3;//ha zu, von denen nur 4,6m⊃3;/ha genutzt werden. Das bedeutet, dass in NRW pro Jahr 6,1m⊃3;/ha Holzvorrat alleine bei der Buche aufgebaut werden. Sie ist somit die Baumart in NRW mit dem höchsten absoluten Nutzungsdefizit.

Generell genießt die Naturverjüngung gegenüber der Pflanzung Priorität. Lokal angepasstes und bewährtes Erbgut wird somit für künftige Generationen gesichert. Langfristige Naturverjüngungsverfahren bieten eine gute Chance, eine gleichzeitige Altholzerhaltung und Wertholzpflege einzuleiten. Dabei kann sich im Schutz des sich kleinflächig lichtenden Altholzschirmes die Verjüngung etablieren und entwickeln.

Innerhalb eines bis zu 300 Jahre andauernden Entwicklungsprozesses können zunächst im Stadium des Heranwachsens neben wenigen älteren Bäumen junge Rot-Buchen vorherrschen. Lücken im Kronendach werden aufgrund der enormen Plastizität der Rot-Buche schnell geschlossen. Es kommt zur Dominanz der oberen Bestandsschicht, unter- und zwischenständige Rot-Buchen haben keine Überlebenschance. Der anfangs stark vertikal differenzierte Bestand geht in ein hallenwaldartiges Optimalstadium über. Hier ist Ungleichaltrigkeit, aber keine Schichtung gegeben.

Im Laufe der Zeit verringert sich die Dominanz der oberen Bestandsschicht und wird anfällig gegen Störungen. Einzelbaumweise brechen die Bäume im Bestand zusammen, wodurch größere Lücken im Kronendach entstehen. Der Lichteinfall erlaubt hier günstige Bedingungen für den Jungwuchs. Ältere und jüngere Entwicklungsphasen überlappen sich und erzeugen ein kleinflächiges Mosaik.

Gerade bei diesen natürlichen Absterbeprozessen entstehen in den Buchen Höhlen (siehe auch Tafel 2 „Lebendiges Totholz"). Durch die Ausweisung zum Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet (FFH) wurde der Wert dieses Waldes auch auf europäischer Ebene anerkannt.

Vegetationskundlich wurden die Buchenwaldparzellen des Hiesfelder Waldes in der Vergangenheit meist dem Buchen-Eichenwald zugeordnet. Der buchendominierte Teil dieser Gesellschaft ist nach neueren Erkenntnissen dem Bodensauren Atlantischen Drahtschmielen-Buchenwald zu zuordnen, der somit die Buchenwald-Gesellschaft des Hiesfelder Waldes darstellt. Diese Gesellschaft kommt in verschiedenen Ausbildungstypen vor, von denen eine mit regelmäßigen Vorkommen des Pfeifengrases und des Frauenfarns am weitesten verbreitet ist.

Regelmäßig auftretende Pflanzenarten in den meisten Ausbildungstypen sind weiterhin Maiglöckchen, Schattenblümchen, Salbei-Gamander und Wald-Geißblatt. Vor allem in den trockeneren Parzellen fällt der Unterwuchs insgesamt spärlich aus (Broschüre).

Außerdem sind verschiedene Tierarten wie der Buchfink, der Trauerschnäpper oder auch der Feuersalamander typisch für den Buchenwald (http://www.barkauerland.de/bv/aknatur/Lehrpfad/09-Die%20Rotbuche.pdf).

Letzte Änderung am Montag, 24. September 2018 um 17:51:26 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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