36 Der Waldrand


Schutzbedürftiger als unser Wald ist dessen Rand. Hier finden wir die Vermischungszone zweier Ökosysteme, nämlich dem der Freifläche und dem des Waldes. Der Rand ist für beide genannten Flächen untypisch.

Auf wenigen Zentimetern wechseln die natürlichen Umweltbedingungen wie Licht, Luft- und Bodenfeuchtigkeit, Temperatur, Nährstoffangebot und Kleinlebewelt. Das bedeutet, dass viele Pflanzen und Tiere im Waldrand ihren optimalen Lebensraum entdecken können. Viele wärmeliebende Tiere, wie Eidechsen, die Blindschleiche oder auch verschiedene Insekten nutzen die besonnten Flächen, um sich aufzuwärmen. Größere Tiere, wie beispielsweise Rehe, nutzen die Freiflächen zum Fressen. Der Waldrand bietet ihnen dabei genug Schutz, um sich verstecken zu können.

Typisch für den Waldrand sind Pflanzen wie die Himbeere oder Brombeere.

Außerdem schützt der Saum den dahinter liegenden Wald durch Windbrechung vor Stürmen, indem er die Winde durch seinen stufenförmigen Aufbau über den Wald hinweg leitet. Aufgrund von Weideflächen und damit Zäunen unmittelbar am Waldrand kommt es zu einem Rückgang des abgestuften Waldrandes. Das kann dann zu Zerstörungen durch Wind am und im Wald führen und außerdem die Luftfeuchtigkeit im Wald senken.

Um diese Anforderungen an den Waldrand zu erfüllen, versucht der Förster einen naturnahen Saum herauszupflegen. Er soll möglichst eine Tiefe von 15 bis 30 m und einen geschwungenen Verlauf haben. Die Vielfältigkeit bei den Baumhöhen und der stufenförmige Aufbau bringen den Schanzeneffekt. Eine Dauerbestockung mit Laubholz sowie die Vielfältigkeit bei den Baumarten garantieren eine stabile Ausprägung.

Letzte Änderung am Dienstag, 29. Mai 2018 um 10:20:41 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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