37 Die Vogelbeere o. Eberesche (Sorbus aucuparia)


Baum des Jahres: 1997

max. Alter:
150 Jahre

max. Höhe:
10 Meter

Verbreitung
Die Eberesche ist in ganz Mitteleuropa zu finden, jedoch hauptsächlich in den Mittelgebirgen verbreitet. In den Alpen kommt sie bis zu einer Höhe von 2000 m vor.

Standort
Die Vogelbeere – eine typische Pionierbaumart – ist außergewöhnlich tolerant und anspruchslos. Sie gedeiht auf allen Böden, allerdings bevorzugt an nährstoffärmeren, sandigen Standorten. Außerdem verträgt die Vogelbeere sehr geringe Temperaturen.

Biologie
Speziell zeichnet sich die Vogelbeere durch ihre enorme Verjüngungsfreudigkeit aus. Sie vermehrt sich durch Samen und durch Wurzelsprosse und kommt als Baum und als Strauch vor. Eine wichtige ökologische Bedeutung liegt darin, dass die Vogelbeere vielen Tieren – von Käfern, Schmetterlingen, Nagern, Füchsen bis zum Reh- und Rotwild – als Futterpflanze und als Wohnraum dient. Mit Recht trägt sie ihren Namen, denn über 60 Vogelarten wurden bei der Nahrungsaufnahme auf der Vogelbeere beobachtet.

Verwendung
Bei uns hat die Verwendung des Holzes des Vogelbeerbaums an Bedeutung verloren. Die schöne Holzstruktur, gekennzeichnet durch scharf ausgeprägte Spätholzlinien, kommt bei kleineren Möbelstücken wie auch bei Spazierstöcken zur Geltung.

Seit langem ist die Vogelbeere der Heilkunde ein Begriff, so beispielsweise bei Nierenleiden, bei Husten und Heiserkeit, sowie als Blutreinigungsmittel. Mit den gerbstoffreichen Blättern lässt sich ein eher bitter schmeckender Tee brauen, der gegen Magen- und Darmbeschwerden helfen soll. Aus den Früchten lassen sich, je nach Zutaten und Herstellungsart, Essig, Branntwein und Likör herstellen. Die Früchte wirken in getrockneter Form gegen Verstopfung. Zudem steigert der hohe Vitamin C-Gehalt dieser Baumart die körpereigenen Abwehrkräfte. Jedoch ist es wichtig die Früchte vor dem Verzehr oder der Weiterverarbeitung zu Gelee oder Saft in heißem Wasser zu kochen, da sich dadurch die, für den Menschen unverträgliche, Parasorbinsäure zu, für den Menschen verträglicher, Sorbinsäure umwandelt (http://www.bund-sh.de/uploads/media/eberesche.pdf).

Wissenswertes
Dieser Strauch, links vor der Birke, hat viele Namen. Das Lateinische „aucuparia" lässt sich aus „Vogelfang" ableiten. Tatsächlich wurden früher Millionen von Vögeln, speziell Drosseln, bei ihren jährlichen Durchzügen mit den roten Früchten der Vogelbeere in tödliche Schlingen gelockt. Ob ihr Name davon abgeleitet wurde oder von der Tatsache, dass Dutzende von Vogelarten von den Früchten dieses Baumes angelockt werden, bleibt dahingestellt.

Eberesche lässt sich ableiten von „eber = aber = falsch"; dies deutet auf „Falsche Esche" hin. Die Blätter dieser beiden Baumarten sind sich sehr ähnlich. Zahlreich sind die Volksnamen in den Regionen Deutschlands, so beispielsweise: „Nielesche, Gürmsch, Gärgetsch, Mooseisch, Drosselbeere" usw.

Letzte Änderung am Dienstag, 10. Juli 2018 um 11:59:06 Uhr.

seit dem 25.11.2015

Zugriffe heute: 1 - gesamt: 1090.