38 Die Rot-Buche von 1850


Bei dieser Altbuche handelt es sich um ein ehemaliges Naturdenkmal. In erster Linie wurden früher unnatürliche Wuchsformen als Naturdenkmale ausgewiesen, erschienen sie den Waldbesuchern doch besonders unheimlich oder beachtenswert.

Entlang der Wanderwege geht von den herausbrechenden Ästen jedoch eine Gefahr aus, so dass die Stadt Oberhausen den Schutzstatus für alle Naturdenkmale im Hiesfelder Wald 1996 aufhob.

Diese Einzelbäume gelten seit jeher als markante Objekte und werden von den Förstern besonders gehegt. Es findet eine regelmäßige Beurteilung statt, um diese Rotbuche bei unmittelbarer Gefahr kurzfristig zu entnehmen. Baumchirurgische Maßnahmen wie Stahlseile, Betonanker etc. sind im Naturschutzgebiet ausdrücklich unerwünscht. Außerdem wurden alle Erholungseinrichtungen, wie Bänke oder Schutzhütten, um diese Rot-Buche entfernt, um Besucher nicht zu gefährden. Betrachten Sie dieses Wunderwerk daher besser von der Seite und achten sie dabei auf die Vielfalt der Lebewesen in diesem Baum.

Der Gesundheitszustand des Baumes wird immer wieder kontrolliert. Erst wenn deutliche Hinweise auf das Ableben des Baumes zu erkennen sind, muss er aus Sicherheitsgründen weichen. Wichtige Funktionen, wie die Bereitstellung von Bruthöhlen, können dann die Buchen in der dahinter liegenden Fläche übernehmen.

Während die normale Buchenkrone aus einem einzelnen Stamm besteht, von dem die breite Krone ausgeht, werden genetisch bedingt immer wieder Zwiesel, Triesel oder noch mehr Steiläste gebildet. Im Laufe der Jahre erhöhen sich mit zunehmendem Gewicht die Zugkräfte, die bei jedem Sturm auch mehrere Tonnen betragen können und dann die Statik des Baumes gefährden. Im Wald selber ist dies gewünscht, entstehen doch gerade in herausbrechenden Ästen Brut- und Lebensräume für viele Tiere. Je nachdem, wie groß die entstehenden Öffnungen sind und wie stark bereits Zersetzungsprozesse des Holzes eingesetzt haben, ist die Pilzflora und Fauna sehr spezifisch. Sie besiegeln zwar oft das Schicksal des Baumes, aber das ist ein Teil des natürliche Kreislaufes, der sich ohnehin einstellt. Besonders zahlreich finden sich die Kleine und die Aufsteigende Blasenflechte (Physica tenella und P. adscendes) mit ihren bläulichen Körpern. Flechten sind eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) aus Pilzen und Algen. Das bedeutet, dass sich die beiden Partner gegenseitig versorgen.

Borken-, Bock-, Pracht- und Nagekäfer sowie Holzwespen sind Pionierbesiedler sowohl von gänzlich abgestorbenen Bäumen oder sonstigem Totholz als auch an abgestorbenen oder absterbenden Bereichen an einem noch insgesamt lebenden Baum. Sind die entstehenden Höhlungen geeignet, finden sich auch spezialisierte Vogelarten wie der Waldkauz ein, die hier brüten, sowie Fledermäuse und Eichhörnchen.

Letzte Änderung am Dienstag, 29. Mai 2018 um 10:20:42 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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