8 Der Stiel-Eichenwald


Dieser Stiel-Eichenwald wurde im Jahre 1889 angepflanzt. Er ist ein Beispiel für den Lebensraumtyp „bodensaure Eichenwälder auf Sandböden". Natürlicherweise sind Eichenwälder dort zu finden, wo der Buchenwald unterbrochen ist. Dies ist vor allem in trockeneren Gebieten mit einem sandgeprägtem Boden der Fall.

Das FFH-Schutzgebiet Hiesfelder Wald ist vorwiegend geprägt durch naturnahe Eichen- und Buchenwälder. In diesem 8,4 ha großen Bestand wachsen zu 85% Stiel-Eichen, 10% Schwarz-Erlen und 5% Wald-Kiefern. Weiterhin finden wir Vogel-Kirschen, Hainbuchen, Weiß-Birken und Rot-Buchen. Flächendeckend bildet die Eberesche (Vogelbeere) eine zweite Baumschicht unter den Altbäumen. Derart dichte Bestände der Eberesche sind im Flachland nicht häufig anzutreffen. Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist ein solcher Zwischenstand zur Erhaltung des Verkaufswertes der Eichenstämme förderlich, weil durch die Beschattung mittels der zweiten Baumschicht an den Eichen möglichst wenige Seitenzweige ausgebildet werden.

Die Eiche hat ein sehr lockeres Kronendach, so dass deutlich mehr Sonnenlicht den Boden erreicht als im Buchenwald. Daher ist die Krautschicht hier entsprechend ausgeprägt. Neben dem häufigen Adlerfarn bedecken auch Rasen-Schmiele und Pfeifengras den Boden. Die Eiche bietet Lebensraum für eine Vielzahl an Tierarten. Insgesamt lassen sich auf einer Eiche bis zu 6000 Tierarten finden, wovon circa 600 zu den Insekten gehören. Diese bilden wiederum die Nahrungsgrundlage vieler Vogelarten (http://hamburg.nabu.de/tiereundpflanzen/baeume/). Einige dieser Vertreter, die auf die naturnahen Stiel-Eichenwälder angewiesen sind, befinden sich in der Roten Liste der bedrohten Tierarten. So benötigen beispielsweise die Larven des Hirschkäfers durch Pilzbefall zermürbtes Totholz von Eichen für ihre Entwicklung. Auf Dauer wird dieser Bestand nur vorsichtig gepflegt. Es werden die besten, gesündesten Eichen markiert und von behindernden Bäumen freigestellt. Das Befahren mit Schleppern ist nur auf markierten Schneisen erlaubt. Auffallend ist der hohe Totholzanteil (s. Tafel 2). Von toten Ästen bis hin zu ganzen abgestorbenen Bäumen ist reichlich Nahrungs- und Brutangebot für Insekten und Vögel, wie zum Beispiel dem Eichelhäher, vorhanden.

Letzte Änderung am Dienstag, 29. Mai 2018 um 10:20:15 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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