9 Der Kiefernforst


Dieser Kiefernforst wurde 1918 angepflanzt. Er ist noch einer von wenigen alten Nadelholzbeständen, der auch einzelne deutlich ältere Wald-Kiefern im Bestand hat. Der inzwischen hohe Laubholzanteil (Weiß-Birke, Eberesche, Stiel-Eiche, Rot-Buche) ist Folge des naturnahen Waldbaues. Im Naturschutzkonzept ist festgeschrieben, dass ein Wechsel vom Nadel- zum Laubholz vollzogen werden soll. Allerdings wird dies nicht durch Kahlschläge in der Wald-Kiefer geschehen. Zunächst wird das natürlich vorkommende Laubholz herausgepflegt. Später wird an den übrigen Stellen mit kleinen Anpflanzungen der Wechsel vollzogen.

Der Kiefernanbau setzte im 18. Jahrhundert ein, wobei einzelne Nachweise vorliegen, dass bereits im 14. Jahrhundert mit der Aufforstung durch Kiefern begonnen wurde. Am Niederrhein wurden die meisten neueren Kiefernwälder in den ersten 10 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeforstet. Nach Ende des Krieges hatten die Alliierten das Recht, bis zu 50 km östlich des Rheins als Reparationshieb alles kahl zu schlagen. Neben den Nachkriegsnöten und Zerstörungen in den Städten waren auch große Waldflächen durch Abholzungen entstellt.

Durch den Einsatz unzähliger Waldarbeiter und ganzer Schulklassen gelang nach dem Krieg eine beispiellose Aufforstungsaktion. Leider war die seinerzeit vorhandene Auswahl des Pflanzmaterials äußerst bescheiden, so dass man auf Sämlinge der Wald-Kiefer zurückgreifen musste. Aufgabe der heutigen Generation bleibt es, diese Pionierbestände wieder in naturnahe Laubholzbestände umzuwandeln.

Letzte Änderung am Montag, 24. September 2018 um 17:51:08 Uhr.

seit dem 25.11.2015

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