Flora und Fauna

1 Vegetation

Adlerfarn

Die sandreichen, basenarmen Böden sind von bodensauren Eichen- und Buchenwäldern bestanden. Insbesondere lichte Eichenwälder mit Adlerfarn (Pteridium aquilinum, Bild) und Brombeeren (Rubus, besonders die Angenehme Brombeere – Rubus gratus) dominieren in weiten Bereichen. Stau- und wechselfeuchte Wälder sind im Unterwuchs insbesondere von Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) und Pfeifengras (Molinia caerulea) charakterisiert.

Buschwindröschen

Auf etwas reicheren mineralischen Böden in der Nähe der Bäche sind die Wälder, in denen Stiel-Eichen (Quercus robur) und Hainbuchen (Carpinus betulus) dominieren, stärker von Frühblühern geprägt. Vor allem Busch-Windröschen (Anemone nemorosa, Bild), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Große Sternmieren (Stellaria holostea) sind hier zu finden (Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchenwälder).
Charakteristisch sind auch die z. T. dichten Bestände der Stechpalme (Ilex aquifolium) (Baumscheibe 42), die sich durch die frühere Hudenutzung (Tafel 3) ausbreiten konnte, weil sie vom Vieh nicht gefressen wurde.

Winkelsegge

Die Bachtäler sind von Feucht- und Nasswäldern bestanden (Tafel 9, Baumscheibe 18), in denen die Schwarz-Erle dominiert (Bach-Erlenauenwald) und die im Bereich von abgeschnürten Bachmäandern auch Bruchwaldcharakter haben können. Charakteristisch sind neben Großer Sternmiere und Rasen-Schmielen insbesondere Winkel-Seggen (Carex remota, Bild) und stellenweise Sumpf-Dotterblumen (Caltha palustris), in den Bruchwäldern auch die Walzen-Segge (Carex elongata) und der Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre).

Besenheide

Während in der Kirchheller Heide noch einige Heide- und Moorflächen zu finden sind, fehlen diese im Hiesfelder Wald inzwischen völlig. Nur stellenweise zeugen Vorkommen der Besenheide (Calluna vulgaris, Bild) auf der einen und ausgedehnte Bestände von Torfmoos und Zwiebel-Binsen (Juncus bulbosus) auf der anderen Seite von diesem Potential.

2 Tierwelt

Wildschwein

Auch die Tierwelt des Gebietes erweist sich als bedeutend. Die Wälder sind eines der wenigen Rothirsch-Reviere in Nordrhein-Westfalen (Tafel 13). Häufiger als Rothirsche sind Rehe in einem Familienverband von 2-3 Tieren zu sehen. Auch Wildschweine sind in hoher Dichte vertreten. Hasen sind hier gleichfalls zu beobachten. Die übrigen Säugetiere (darunter auch seltene Arten wie der Baummarder und der Dachs) sind nachtaktiv und daher für den Besucher kaum zu sehen.

Waldschnepfe

Unter den Vögeln, die im Gebiet brüten, gibt es regelmäßig auch einige bemerkenswerte und gefährdete Arten, wie Waldschnepfe, Eisvogel, Schwarzspecht und Hohltaube. Charakteristische Vögel der totholzreichen Laubwälder sind Hohltauben, Waldschnepfe (Bild), Waldkauz, Schwarzspecht, Kleiber, Waldlaubsänger und Trauerschnäpper. Am Rotbach sind Eisvogel und Gebirgsstelze zu beobachten.

Blindschleiche

Auf Wegen und an Wegrändern sind gelegentlich Blindschleichen zu beobachten. Da im Hiesfelder Wald offene Flächen fehlen, haben die übrigen Reptilienarten des Raumes (Waldeidechse, Schlingnatter, Kreuzotter) hier keinen geeigneten Lebensraum mehr. Die Population der hochgradig gefährdeten Kreuzotter ist auf Oberhausener Seite inzwischen nicht mehr nachzuweisen, kleine Restbestände sind aber noch aus der Kirchheller Heide und dem Hünxer Wald bekannt.
Das reiche Angebot an fließenden und stehenden Gewässern (Altwässer, Bombentrichter, Munitionslager) bietet der Amphibienfauna gute Laichplätze (Tafel 11; Baumscheibe 12).

Eisvogel

Beachtenswert ist auch die Fischfauna der Bäche. Der Rotbach wird sogar vom Bachneunauge und der Bachschmerle besiedelt. Der erwähnte Eisvogel ist auf die steilen Abbruchböschungen der Prallufer angewiesen. Sind sie nicht zu niedrig, treibt er in die senkrechten oder überhängenden Böschungen seine Brutröhren.

3 „Vorposten" für Berglandarten

Rippenfarn

Auch aus biogeographischer Sicht sind Flora und Fauna des Gebietes von besonderem Interesse. Viele waldbewohnende Pflanzen- und Tierarten finden heute an der Mittelgebirgsschwelle südlich der Ruhr, die zugleich Grenze einer waldreichen Landschaft ist, ihre derzeitige Verbreitungsgrenze. Im Flachland sind diese Arten entweder selten oder fehlen auch ganz. Umso bemerkenswerter ist, dass einige Arten hier im Hiesfelder Wald und der Kirchheller Heide ein kleines Vorpostenareal bilden.

Feuersalamander

Zu diesen Arten zählen auf pflanzenkundlicher Seite Buchenfarn (Phegopteris connectilis = Thelypteris phegopteris) und Rippenfarn (Blechnum spicant) sowie die Weiße Hainsimse (Luzula luzuloides), auf zoologischer Seite die Zweigestreifte Quelljungfer, der Feuersalamander, der Fadenmolch und die Gebirgsstelze. Zumindest die bodengebundenen Amphibienarten sind als Relikt einer ununterbrochenen Bewaldung in den letzten Jahrhunderten zu interpretieren.

Letzte Änderung am Dienstag, 21. März 2017 um 10:02:46 Uhr.

seit dem 30.10.2014

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