7 Naturschutz

Naturschutzgebiet

Schild - Naturwaldzelle

Schon früh wurde die Besonderheit des Hiesfelder Waldes erkannt. 1957 wurde er als Naturschutzgebiet ausgewiesen, das größte Wald-Naturschutzgebiet im industriellen Ballungsraum Ruhrgebiet.

FFH-Gebiet

Die Europäische Union (EU) errichtet unter dem Oberbegriff „Natura 2000" ein europaweites Netz von besonders wertvollen Schutzgebieten. Damit sollen sowohl Lebensräume und ihre typischen Lebensgemeinschaften geschützt werden, als auch spezielle Arten. Die Abkürzung FFH-Gebiet leitet sich von der Flora-(Pflanzenwelt)-Fauna-(Tierwelt)-Habitat-(Lebensraum)-Richtlinie der EU ab.

Der Hiesfelder Wald wurde gemeinsam mit Teilen der Kirchheller Heide (Schwarzbachtal) als FFH-Gebiet benannt, weil sowohl die Waldgesellschaften als auch die Bachläufe außergewöhnlich naturnah sind. Das bezieht sich nicht nur auf die Artenzusammensetzung, sondern auch auf das hohe Alter vieler Bäume mit dem dazugehörigen Anteil an Totholz.

Besonders wertvoll gemäß der FFH-Richtlinie sind hierbei auf Oberhauser Seite:

  • der Rotbach
  • die großflächigen, alten Rot-Buchenwälder (Wald-Geißblatt-Rotbuchenwald)
  • der Stiel-Eichen-Hainbuchenwald in Bachnähe
  • alte bodensaure Eichenwälder auf sandigem Untergrund
  • Bachneunauge
  • Schwarzspecht
  • Eisvogel
  • Waldschnepfe

Darum ist das wichtigste Schutzziel, die natürlichen Strukturen und Lebensgemeinschaften in Bächen und Wäldern zu erhalten und, wo nötig, zu verbessern und zu pflegen.

Was ist erlaubt?

Der gesamte Hiesfelder Wald und die nördlich angrenzende Kirchheller Heide weisen ein ausgezeichnetes Wegenetz auf. Auf diesen Wegen kann man nahezu alle Teile des Waldes erreichen. Hier ist auch das Radfahren erlaubt.

Schwarzspecht

Aus den allgemeinen Naturschutzbestimmungen und der Naturschutzverordnung des Schutzgebietes ergeben sich aber auch einige Verbote, um deren Einhaltung wir alle Besucher des Waldes dringend bitten. Im Hiesfelder Wald leben eine Reihe sehr störungsanfälliger Tierarten, darunter der Rothirsch, die Waldschnepfe, der Eisvogel und der Schwarzspecht sowie trittempfindliche Pflanzen.

  • Die Wander- und Forstwege des Waldes dürfen nicht verlassen werden. Trampelpfade sind keine Wanderwege.
  • Hunde dürfen nicht frei laufen, sondern müssen auch auf den Wegen angeleint geführt werden.
  • Pflanzen und Tiere dürfen weder gestört noch gesammelt oder gefangen werden.
  • Auch das Sammeln von Pilzen und Wildfrüchten ist im gesamten Schutzgebiet untersagt.

Spaziergänger

Die Folgen von rücksichtslosem Verhalten weniger uneinsichtiger Menschen sind bereits heute stellenweise enorm. Am Rotbach sind die Schäden besonders deutlich zu sehen. Die Ufer und Vorlandbereiche sind hier durch Mountainbiking, das Verlassen der Wege und das Laufenlassen der Hunde teilweise zerstört.
Bitte unterstützen Sie uns beim Schutz des Hiesfelder Waldes und seiner Pflanzen- und Tierwelt.

Forstwirtschaft und Naturschutz

Neben verschiedenen Altersklassenwäldern sind auch einige Altholzbestände vorhanden. Ein besonders wertvoller Waldbestand ist als Naturwaldzelle ausgewiesen. Hier wird erforscht wie sich der Wald ohne forstliche und andere menschliche Eingriffe entwickelt.

Herbstlaub

Der Hiesfelder Wald ist Staatsforst und wird daher von der Landesforstverwaltung verwaltet, die sich stets auch um einen Ausgleich forstlich-wirtschaftlicher und ökologischer Belange bemüht. Die forstliche Nutzung bleibt Bestandteil der Waldpflege. Sie orientiert sich aber nicht ausschließlich am Holzverkauf sondern daran, auch die derzeit noch weniger natürlichen Waldbereiche langfristig in naturnahe umzuwandeln.

Buchen-Stangenholz

So ist die Erhaltung von wertvollen Althölzern (Baumscheiben 31, 38) und Altholzbeständen sowie das Stehen- und Liegenlassen von abgestorbenen Bäumen und Stämmen (Tafel 2) inzwischen akzeptierter Teil der Bewirtschaftung. Auch bemüht sich der Forst seit einigen Jahren um eine Naturverjüngung (Tafel 8) und strebt die Umwandlung der Nadelforste in Laubwälder (Tafel 7) an.

Ähnlich den Naturwaldzellen wird die Waldentwicklung auf „Referenzflächen" sich selbst überlassen. Einzelne Bäume bleiben im Gelände liegen und das Holz wird nicht verkauft. Nur Betriebe, die mindestens 6 % der Wälder aus der Bewirtschaftung herausnehmen, erhalten das begehrte Umweltzertifikat des „FSC" (Forest Stewardship Council), das aufgrund seiner strengen ökologischen und sozialen Kriterien bzw. Auflagen, die von unabhängigen Prüfstellen kontrolliert werden, auch das Vertrauen von Greenpeace, dem WWF und anderen internationalen Umweltorganisationen genießen.

Seit 2003 wird der Hiesfelder Wald von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet mitbetreut, die hierbei eng mit der Forstverwaltung zusammenarbeitet.

Letzte Änderung am Dienstag, 21. März 2017 um 10:02:41 Uhr.

seit dem 8.12.2014

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