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Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)

Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)

Sympetrum fonscolombeii

Frühe Heidelibelle

Die Frühe Heidelibelle ist die erste Sympetrum-Art, welche man im Jahr zu Gesicht bekommt. Ihre Flugzeit ist dabei sehr kurz und beläuft sich von Mai bis Juni. Bedingt durch ihre hohes Wärmebedürfnis bevorzugt sie vor allem flache, wenig bewachsenen Gewässer, welche sich schnell erwärmen.

Um eine Verwechslung mit den anderen Sympetrum-Arten auszuschließen, ist es wichtig sich die Flügel genauer anzugucken. Charakteristisches Kennzeichen dieser Art ist dabei vor allem das gelbe Flügelmal, welches im Vergleich mit anderen Sympetrum-Arten relativ groß ist. Auch die intensive rote Flügeladerung bei den Männchen kann als Bestimmungsmerkmal herangezogen werden. Insgesamt sind die Männchen der Frühen Heidlibelle am Thorax als auch am Abdomen rot gefärbt. Die Weibchen sind deutlich unscheinbarer. Aufgrund ihres gelben Basalflecks können sie jedoch charakterisiert werden.

Wie bei allen Heidlibellen erfolgt die Eiablage im Tandemflug, wobei die Eier über dem Wasser abgeworfen werden. Die jungen Larven halten sich auf dem Grund des Gewässers oder zwischen Wasserpflanzen auf. Zur Häutung verlassen sie ihr Schlupfgewässer und klettern in die umliegende Vegetation. Exuvienfunde in bis zu 50 m Entfernung belegen dieses Verhalten.

Ursprünglich in Südeuropa, Asien und Afrika heimisch, hat sie sich bis nach Mitteleuropa verbreitet. Immer wieder dringt die Art bis weit ins nördliche Europa vor. Zeitweilig kam es auch in der Vergangenheit immer wieder zur Fortpflanzung und vollständigen Entwicklung, aber bis 1990 waren "bodenständige" Vorkommen wohl selten über mehrere Jahre zu beobachten.

In NRW war die Frühe Heidelibelle ein ausgesprochen seltener Vermehrungsgast. Seit 1990 häufen sich die Beobachtungen bodenständiger Vorkommen in ganz Deutschland. Auch bei uns ist sie stellenweise zu beobachten, wobei man sie vor allem an stehenden Gewässern antrifft. Man kann sie daher als typischen Neozoon beschreiben. 1999 trat die Art erstmals auch an mehreren Stellen im Ruhrgebiet auf, so z. B. im Waldteichgelände in Oberhausen (nach N. Kilimann) und wenige Kilometer entfernt im Norden der Stadt Essen (Kordges & Keil 2000). Die Frühe Heidelibelle wurde von uns gleich an mehreren Stellen im Ruhrtal und in Duisburg beobachtet.
1. Mülheim, Ruhraue Saarn: Jungfernflug am 09.07.2003, Männchen am 15.07.2003
2. Mülheim, Ruhraue Styrum: unterhalb Raffelnbergwehr am 17.06. 10 Männchen an den ausgedehnten Kiesbänken des fast stehenden Ruhrarmes. Am 20.06 wurde dort auch ein Weibchen beobachtet.
3. Oberhausen-Altstaden: ehemaliges Haldengelände am 11.08.2003 zwei Männchen.
4. An Kolken auf einer Viehweide der Ruhraue bei Duisburg-Duissern wurde am 26/27.06.2003 ein Männchen beobachtet.
5. Duisburg-Wedau: an einem jungen Kleingewässer im Randbereich einer Kiesgrube wurde am 13.06.2003 ein Weibchen beim Jungfernflug beobachtet.
Da auch frisch geschlüpfte Tiere gefangen bzw. beobachtet wurden, ist das Vorkommen im Vereinsgebiet als etabliert zu bezeichnen. Derzeit muss die Art bei uns als heimisch betrachtet werden. Ob sie sich dauerhaft etabliert bleibt allerdings ungewiss und wird von der weiteren Klimaentwicklung abhängen. (Elisa Michel & Martin Schlüpmann)

Letzte Änderung am Donnerstag, 11. April 2019 um 15:56:29 Uhr.

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