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Kiebitz

Synchronzählung der Kiebitze

Kiebitz

im westlichen Ruhrgebebiet

Die Brutbestände des Kiebitz nehmen landesweit in den letzten Jahren besorgniserregend ab. Um die Abnahme und die verbliebenen Bestände besser beziffern zu können, werden in diesem Jahr landesweit auf 130 Probeflächen die Kiebitze erfasst. Einige Kreise / Städte führen zudem flächendeckende Synchron-Erfassungen durch, um vollständige und punktgenaue Daten zu erhalten sowie die Hochrechnungen zu unterstützen. Diese Synchronzählung fand im Westlichen Ruhrgebiet am Wochenende vom 05. bis 07.04. und einige Tage zuvor statt. Mit einer Beteiligung von 33 überwiegend ehrenamtlichen Kartierern konnten die gesamten Stadtgebiete von Bottrop, Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen abgedeckt werden.
Die Karte stellt die möglichst nah am Stichtag gezählten Individuenzahlen dar. Stellenweise waren wenige Tage zuvor noch höhere Anzahlen beobachtet worden, die aber (aufgrund von Bodenbearbeitung) die Flächen verlassen haben.
Alle Beobachtungen wurden mit Angaben zum Verhalten und nach Möglichkeit zum Geschlecht versehen. Als minimale Anzahlen von Brutpaare werden hierbei diejenigen gewertet, die brütend, als Paar oder intensiv balzend oder warnend beobachtet wurden. Da bei der einmaligen Zählung leicht die Partner übersehen werden können, ist anzunehmen, dass auch einzelne Männchen tatsächlich Brutpaare repräsentieren. In der Annahme, dass Einzelvögel, meist Männchen, ein versteckt brütendes Weibchen haben oder bei der Bodenbearbeitung der letzten Tage gerade erst ihr Nest verloren haben, werden diese als oberer Wert der Spanne hinzugerechnet. Lediglich größere rastende Trupps wären nicht mitgerechnet worden, wenn sie aufgetreten wären.
Da noch zu einigen Angaben Rückfragen beantwortet werden müssen, sind diese Zahlen, insbesondere die Gruppierung zu Brutpaaren, als vorläufig anzusehen.

Kiebitz Synchronzählung

  Individuen Brutpaare
Bottrop 41 15-25
Duisburg 61 32-35
Essen 12 6
Müheim an der Ruhr 9 4-6
Oberhausen 4 2
Gesamt 127 59-74

Die Beobachtungen zeigen auch für das westliche Ruhrgebiet eine drastische Abnahme, teils um über die Hälfte in weniger als 10 Jahren. Ein genauer Vergleich mit älteren Daten ist in Kürze geplant. Dabei wurden zum einen viele Bereiche von der Art großflächig verlassen, wie z.B. der Süden von Essen und Mülheim. Zum anderen nahm die Anzahl der Paare in den noch besiedelten Gebieten stark ab, z.B. im Duisburger und Bottroper Norden.
Die Mehrzahl der Bruten fand auf Ackerflächen statt: Maisstoppel, frisch gepflügte/gegrubberte Äcker und Wintergetreide. Auf den Stoppelflächen ist mit einem baldigen Umbruch zu rechnen, so dass die Erstgelege vielfach verloren gehen, die Kiebitze also auf ein Zweitgelege angewiesen sind. Nur in der Rheinaue Walsum brüten Kiebitze noch im Grünland. Ein im Ballungsraum inzwischen nicht unbedeutender Teil der Brutpaare fand sich auf Industrie- und Gewerbebrachen, wo teils sehr gute Habitatbedingungen herrschen. Die Mehrzahl dieser Flächen ist allerdings nur für ein paar Jahre nutzbar, bevor sie durch Bebauung oder Verbuschung als Brutplätze verloren gehen.

Beteiligte Kartierer:
Dietmar Beckmann, Willi Bernok, Elke Brandt, Thomas Brüseke, Manfred und Marianne Busse, Klaus-Jürgen Conze, Ivonne und Jörg David, Ulrike Eitner, Silke Hingmann, Uwe van Hoorn, Veronika Huisman-Fiegen, Thorsten Jaworek, Wilhelm Klawon, Patrick Kretz, Randolph Kricke, Horst Kristan, Kees Koffijberg, Christine Kowallik, Johannes Meßer, Reinhard Plath, Ekkehard und Maria Psotta, Tobias Rautenberg, Otto Rustenbach, Julian Sattler, Ilse Tannigel, Maren Thomas, Michael Tomec, Katrin Unseld, Renate Vogt und Josef Werner.

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Jahresberichte der BSWR
Jahresberichte der BSWR

Jahresb. 2015 Kap. 11.5 S. 106-107 pdf ... [13.868 KB]
Jahresb. 2014 Kap. 11.2 S. 101-104 pdf ... [7.516 KB]
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Letzte Änderung am Dienstag, 21. März 2017 um 10:07:37 Uhr.

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