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Wanderfalke

Der Wanderfalke in Mitteleuropa

Wanderfalke

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist europaweit eine gefährdete und geschützte Art. In Deutschland war die Art etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts beinahe ausgestorben: Die Verfolgung durch den Menschen (der eine ganze Reihe weiterer Greifvögel zum Opfer fielen), aber insbesondere der Einsatz von Pestiziden wie dem DDT brachte den Wanderfalken in arge Bedrängnis. Erst das Verbot von DDT und anderen stark toxischen Pestiziden in Verbindung mit einer Ächtung der Greifvogelverfolgung bewirkten eine Erholung der Greifvogelbestände weltweit.
In NRW haben insbesondere die Schutzbemühungen der AG Wanderfalkenschutz NRW dazu geführt, daß der Wanderfalke wieder ein Bestandteil der Vogelwelt in diesem Bundesland ist.

Industriegebäude als Brutplatz

Wanderfalke

Als Felsbrüter (Baumbruten kommen viel seltener vor) ist der Wanderfalke auf unzugängliche Stellen zum Nisten angewiesen. In NRW findet er solche natürlichen Standorte nur sehr vereinzelt. Dennoch hat sich speziell im urban-industriellen Ruhrgebiet eine der größten Wanderfalkenpopulationen deutschlandweit - wenn nicht sogar weltweit - aufbauen können. Grund hierfür ist, daß der Wanderfalke technische Bauwerke wie Kühltürme, Industrieschornsteine oder Gasometer mit Felsen "verwechselt" und sie als Bruthabitat annimmt.
Im Gegensatz zu Felsnischen, in denen die Weibchen die Eier auf rauem Untergrund legen (Wanderfalken bauen kein Nest wie viele andere Vögel), besteht bei technischen Bauten die Gefahr, daß die abgelegten Eier auf glatten Betonböden oder im Falle von Gitterrosten wegrollen bzw. abstürzen.
Daher bietet die AG Wanderfalkenschutz NRW Nisthilfen in Form von Kisten oder Körbchen an, die mit Split ausgestreut sind. In den Split drücken die Wanderfalken eine flache Mulde, in der die Eier dann ausgebrütet werden können.

Webcam

Wanderfalke

2005 installierte die BSWR zusammen mit der AG Wanderfalkenschutz NRW und dem NABU an zwei Nistplätzen des Wanderfalken in Oberhausen (am Kamin der Müllverbrennungsanlage) und in Mülheim an der Ruhr (an der Ruhrtalbrücke) Videoanlagen, deren Aufnahmen auch über die Homepage der BSWR abrufbar waren. Interessierte konnten die Aufzucht junger Wanderfalken verfolgen. Neben wissenschaftlichen Fragestellungen wurden die Aufnahmen daher auch zur Öffentlichkeitsarbeit sowie zur Umweltbildung in Schulen eingesetzt. Die Resonanz und das außerordentlich große Medieninteresse an der Aktion veranlassten dazu, neben einer DVD, Fotos und Videosequenzen auch einen Live-Stream, „News-Mails“ und beständig aktualisierte Kurzberichte von AntenneRuhr auf diversen Internetseiten anzubieten. Ermöglicht wurde dieses Projekt in seiner Bandbreite durch die tatkräftige und finanzielle Unterstützung durch Renate Kricke, Michael Tomec, Wilhelm im Brahm, den NABU Stadtverband Oberhausen, den NABU Regionalverband Ruhr, den Mitarbeitern der GMVA Niederrhein und des Landesbetriebes Straßenbau NRW, der Sparkasse Mülheim an der Ruhr, Mobotix AG, der Biologischen Gesellschaft für das Rheinisch-Westfälische Industriegebiet, Logiware GmbH, Blenn-Solutions, der BUND Kreisgruppe Mülheim an der Ruhr sowie der AG Wanderfalkenschutz NRW.

Videos

Mit Hilfe von Videokameras können wertvolle Dokumentationen über das Verhalten der Tiere gewonnen werden.
Die Kameras sind zur Zeit nicht in Betrieb.
Einige Videosequenzen zum Brutgeschehen sind hier einzusehen ...

Letzte Änderung am Donnerstag, 5. Oktober 2017 um 11:04:43 Uhr.

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