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Still-Leben A40

Tischposter_Still-Leben A40

Still-Leben A40

10 Gruppen - mehr als 70 Fachwissenschaftler - hunderte Arten - unzählige Eindrücke

Botaniker beobachten bereits seit vielen Jahren, dass an Rand- und Mittelstreifen von Autobahnen und großen Straßen eine Reihe bemerkenswerter Pflanzenarten auftreten. Dies sind z. B. seltene Salzpflanzen oder Einwanderer aus fremden Ländern, die die besonderen Standortbedingungen am Straßenrand nutzen. Durch Fahrtwind, Regen und Fahrzeuge gelangen sie an diese Standorte und breiten sie sich sie z. T. entlang der Straßen aus. Leider war eine genaue Beobachtung dieser Phänomene normalerweise höchstens aus dem Autofenster im Stau möglich.

Das Projekt "Still-Leben Ruhrschnellweg" im Rahmen des Kulturhauptstadtprogramms 2010 bot die einmalige Gelegenheit, einen 60 km langen Abschnitt einer Autobahn an einem einzigen Tag zu erfassen – europaweit sicherlich einmalig!

Gruppe 8 - die Fernsehstars

In einem einzigartigen Netzwerk aus Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen, der Universität Köln, des Ruhr Museums und verschiedenen Naturschutzverbänden konnten die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet und der Bochumer Botanische Verein eine systematische floristische Kartierung der A40 vornehmen. Nebenbei fanden auf den Mittel- und Randstreifen auch Erhebungen zur Fauna (in erster Linie Insekten) statt.

Eintragen der Funde in die Artenliste (T. Wiegers)

Über 70 Wissenschaftler waren seit 8:00 Uhr morgens in 10 Gruppen unterwegs und bearbeiteten jeweils Streckenabschnitte von ca. 6 km. Bereits bevor die ersten Gruppen am frühen Nachmittag mit ihrer Arbeit fertig waren sind erste Ergebnisse eifrig per Telefon ausgetauscht worden. Einige Wissenschaftler trafen sich später am Tisch der Biologischen Station in Mülheim-Dümpten, um ihre Ergebnisse zu präsentieren und sich auszutauschen.

Stockrosen (A. Brinkert)

Die Untersuchungsresultate dienen insbesondere dem Wissensgewinn über die Artenvielfalt in einem der größten Ballungsräume Europas. Damit liefert das Ruhrgebiet einen adäquaten Beitrag zum aktuellen „Internationalen Jahr der Biodiversität“. Ferner unterstreicht diese außergewöhnliche Kartierung die Besonderheit und Eigenartigkeit des „Lebensraum Ruhrgebiet“ sowohl für Mensch als auch für und Flora und Fauna.
Die Funde wurden in eine Datenbank eingegeben und werden derzeit statistisch ausgewertet. Da das gesamte Arteninventar erfasst wurde, können beispielsweise Unterschiede in der Verteilung der Pflanzen entlang der Autobahn z. B. von West nach Ost ermittelt werden.
Pro Einzelgruppe konnten durchschnittlich um die 200 Arten erfasst werden. Die Gesamtartenzahl liegt bei über 400 Arten! Die hohen Erwartungen der Wissenschaftler wurden somit voll erfüllt.

Unter den Pflanzenarten befinden sich zahlreiche Besonderheiten – seltene salzliebende Pflanzen, Pflanzenarten, die auf der Roten Liste stehen, oder bemerkenswerte Neueinwanderer. Beispiele sind der Krähenfuß-Wegerich, das Kleine Flohkraut und das Schmalblättrige Greiskraut.

Die Ergebnisse der Kartierung des Ruhrschnellwegs sind in der Zeitschrift "Natur in NRW" veröffentlicht:
Keil, P., Buch, C., Büscher, D., Fuchs, R., Gausmann, P., Haeupler, H., Jagel, A., Loos, G. H., Kricke, R., Kutzelnigg, H., Sarazin, A. & Sumser, H. (2010): Artenvielfalt auf der A 40 im Ruhrgebiet. – Natur in NRW 2010/4: 11-17
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Pflanzen

weitere Impressionen

Still-Leben Video

Weitere Eindrucke der Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des Bochumer Botanischen Vereins.

Pressestimmen

Letzte Änderung am Mittwoch, 7. Juni 2017 um 12:10:07 Uhr.

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