2008 Bergsenkung Oberhausen-Lohfeld

Limnologie und Vegetation einer Bergsenkung


Michel, Elisa (2008):
Limnologie und Vegetation einer Bergsenkung in Oberhausen. – Bachelor-Arbeit, Geographisches Institut, Lehrstuhl Landschaftsökologie/Biogeographie, Ruhr-Universität Bochum.

Zusammenfassung

Vermessung der Bergsenkung Lohfeld

BSWR

Das Ruhrgebiet ist historisch vom Bergbau beeinflusst. Die Auswirkungen betreffen sowohl den ökonomischen, sozialen als auch den ökologischen Bereich. Der Einfluss auf den Naturhaushalt betrifft dabei insbesondere die durch den Steinkohlebergbau hervorgerufenen Bergsenkungen, die eine erhebliche Nebenwirkung des Bergbaus darstellen.
Beispielhaft wurde das Bergsenkungsgebiet Oberhausen-Lohfeld intensiv untersucht. Hier hat sich die Tagesoberfläche komplett verformt und bis unter den Grundwasserspiegel abgesenkt. Im Senkungsschwerpunkt ist ein Stillgewässer entstanden, das neben Grundwasser vor allem durch Niederschlagsspenden gespeist wird. Die Entwicklung des Bergsenkungsgewässers hat sich in den letzten 40 Jahren vollzogen. Während das Untersuchungsgebiet in den 1960er Jahren noch durch großflächige Ackerflächen bedeckt war, zeichnet es sich heute durch eine 13.000 m⊃2; große Nass- und Feuchtfläche aus. Das Bergsenkungsgewässer ist stark niederschlagsabhängig und weist im Jahresverlauf deutliche Wasserstandsschwankungen auf. Während des Untersuchungszeitraumes von Ende November bis Ende Mai variierte der Wasserstand zwischen 63 und 80 cm. Aufgrund der geringen Reliefenergie haben die wechselnden Wasserstände einen direkten Einfluss auf das Ausmaß der Überschwemmungsfläche. So wirkte sich eine Veränderung des Wasserstandes von nur 2 cm auf 1.200 m⊃2; Überschwemmungsfläche aus. Als Folge der Bergsenkung und der Verringerung des Grundwasserflurabstandes sind die Böden deutlich vergleyt. Angepasst an die amphibischen Bedingungen hat sich schließlich auch die Phytozönose deutlich verändert. Am Gewässerrand konnten sich in Abhängigkeit von der Wassertiefe verschiedene Röhrichte und ein Ufergehölzsaum (Weidenufergebüsche) ausbreiten, die in Form von Ufergürtel sichtbar werden. Die Ufervegetation zeichnet sich dabei insgesamt durch verschiedene Dominanzbestände aus. An diese Ufervegetation grenzen Nass- und Feuchtgrünlandbereiche an. Aufgrund der hohen Variabilität der Standortbedingungen und Habitatstrukturen ist das Gebiet daher Lebensraum zahlreicher Pflanzen- und Tierarten. Die Seltenheit solcher Feuchtbiotope und die hohe Anzahl der nachgewiesenen, z. T. gefährdeten Arten machen das Bergsenkungsgebiet daher zu einem ökologisch wertvollen Sekundärbiotop.

Schlagworte: Bergbau, Ruhrgebiet, Bergsenkungen, Bergsenkungsgebiete, Bergsenkungsgewässer, Bergschadenkunde, Oberhausen-Lohfeld, sekundäre Lebensräume, Vegetationskunde, bodenkundliche Aufnahmen

Wasserstandsschwankungen des Bergsenkungsgewässers

Elisa Michel

Abb. 9: Wasserstandschwankungen des Bergsenkungsgewässers 2008.

Betreuer in der BSWR: Martin Schlüpmann

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